Halloween

Heute wird es kurz und schmerzlos, es ist Reformationstag. Seit einigen Jahren heißt es aber plötzlich Halloween – eine Welle, die mal wieder aus dem angloamerikanischen Raum rüberschwappte und uns zuschüttete.
Nun gut, nehmen wir es wie immer positiv auf. Eine nette Tradition hat sich dadurch in unserer Umgebung gebildet. So fahren wir auch dieses Jahr zu Freunden ins Nachbardorf, machen dort Feuer, lassen die Kinder „betteln“ gehen und erwärmen uns danach an einem sehr rustikalen Außenbuffett. Ich bin, wie schon letztes Jahr, für die Kürbissuppe zuständig. Nun kann man dort (es geht wirklich seeeehr rustikal zu) natürlich nicht mit einem hochgezogenen Schaumsüppchen aufkreuzen. Daher blubbert seit heute Vormittag ein hübscher Rinderfond, der so langsam abgeseiht werden sollte.

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Als Kürbis wählte ich in diesem Jahr die Butternuß in Hofqualität und noch einen halben, kleinen Hokkaido für die Farbe, der seit ein paar Tagen im Kühlschrank auf seine Weiterverarbeitung wartet.
Weil es eben kräftig-rustikal zugehen soll, schneide ich 500gr. Gulasch vom Rind klein, 150gr gut geräuchertes Bauchfleisch gewürfelt, 3 Zwiebeln grob gehackt und eine Knoblauchzehe.
Zuerst den Speck auslassen und darin das Fleisch röstig anbraten, Zwiebeln dazugeben und glasig mitschmoren. Alles herausnehmen. Im gleichen Topf den gewürfelten Kürbis andünsten und …..

Ach, herrje. Bissl Mittag muss auch noch sein. Am Wochenende geht’s aber weg, daher ist der Kühlschrank wie ausgebombt 😁. Jetzt wäre eine schnelle TK-Kost hilfreich gewesen 😉. Aber Oma hatte am Telefon eben noch Reibedatschi aus Kartoffeln und Möhren erwähnt. Gut, Möhren habe ich jetzt nicht. Also schnell ein paar Kartoffeln geschält und gerieben und einen halben Butternuß dazugehobelt. Ein Ei reingeschlagen, das letzte Stück Bauchfleisch von der Kürbissuppe SEEEEHR fein geschnitten, Pfeffer, Salz und … jaaaa, ein SCHUß Kürbiskernöl. Alles fein vermengen.

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Weil das ganze natürlich etwas wässert und ich nur festkochende Kartoffeln hatte, solange vorsichtig Mehl hinzufügen, bis das ganze etwas teigiger wird. Ein Esslöffel Créme fraîche und etwas Dresdner Berle hineingerieben und ab damit als portionsweise kleine Klößchen in eine mit Olivenöl geschmierte Pfanne. Etwas andrücken (man kann auch „plattdrücken“ sagen) und mal schauen, wann man so wenden muss. Zum Ende hin die Platte/Kocher ausmachen und noch weiter ziehen lassen. Die Kürbis-Kartoffel-Taler mit Dresdner Berle oder einem anderen feingeriebenen Hartkäse servieren.

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Fertig.

… nicht zu sehr rösten lassen, die Suppe wird sonst braun. Eine Würzmischung aus Kokos, Knoblauch, Ingwer, Kurkuma, Paprika, Zimt, Kreuzkümmel, Koriandersamen, Kardamom, und Vanille hinzufügen. Weil es schnell gehen musste und ich es auch nicht besser hätte mischen können als Herbaria, habe ich mal zu deren „Kürbiskönig“ gegriffen.
Eine Büchse gestückelte Tomaten in einem Sieb vom Glibber befreien und nur das Fruchtfleisch hinzufügen. Mit Marsala ablöschen. Eine nette Alternative: mit Holunterblütensirup (die Hugo-Zeit ist vorbei und das Zeug muss weg) vermengen und Bianco-Essig ablöschen.
Jetzt soweit mit dem frischen Fond aufgiessen, bis alles bedeckt ist und die Flamme so hoch stellen, dass es gerade so blubbert. Weil mein Fond diesmal aus irgendwelchen Gründen etwas schwach geworden ist (danke, Mutti 😠), habe ich mich für die Risotto-Methode entschieden. Also den Topf offen blubbern lassen und mit dem Fond immer soweit auffüllen, bis alles wieder gerade so bedeckt ist.
Dann wird das Ganze püriert und die Konsistenz mit dem restlichen Fond bestimmt. Stimmt alles, gebe ich das Zwiebel-Fleisch-Gemisch wieder dazu und lasse alles ziehen, bis es losgeht …

Auch Euch allen ein schönes Halloween oder einfach nur einen netten, freien Tag!

Samstags-Eintopf oder „Küchen-Coda“

Der Samstag war früher eigentlich immer ein typischer Eintopftag. Nicht bei mir früher, nicht falsch verstehen. Wir waren eine recht fleischlastige Familie und so gab es Samstags nach der Schule (jaaaa, wir hatten samstags Schule!!!) durchaus oft ein Kotelett, Schnitzel oder Brat-Klops (Boulette). Aber aus vielen anderen „alten“ Haushalten kenne ich Samstag als den typischen Eintopftag. So berichteten meine Eltern beispielsweise unabhängig voneinander, dass sie während ihrer Kindheit zum Wochenendbeginn mit Kartoffelsuppe drangsaliert wurden – so sehr, dass dieser deftige Eintopf auf immer von deren Speiseplan verbannt wurde.

Meine Suppe hat mich bereits etwas Zeit gekostet. Eifrige Leser wissen, dass sie bereits am Donnerstag beim großen „Küchentag“ begonnen wurde. Als Grundrezept kam wieder mein Rinder-Basisfond zum Einsatz.
Die, über Nacht eingeweichten, weißen Bohnen kochen bereits in ausreichend Wasser nebst einigen Wacholderbeeren und Lorbeerblättern.

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In aller Ruhe und so nach und nach wurde dann die Selleriestaude in mundgerechte Stücke zerteilt, ein paar Möhrchen ebenso. Die Lauchzwiebeln gewaschen und geringelt, habe ich beiseite gestellt und die restlichen Topinambur (Danke, Tante Adelheid) geschält und soweit nötig, halbiert.

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Topi, Möhren und Sellerie werden VORSICHTIG in etwa Butter geschwenkt und angedünstet, sowie, je nach Salzgehalt des Fonds etwas gesalzen. Jetzt etwas mit Zucker bestreuen und karamelisieren und bloß nicht ansetzten lassen – wir wollen keine „Einbrenne“. Ich habe mit dem Rest des Apfelessigs gelöscht, welcher im Garten von guten Freunden gewachsen und in deren Küche oder Keller gereift ist. Ich denke aber, es geht auch jeder andere helle und milde Essig. Jetzt Kelle für Kelle den Fond hinzugeben, ohne das Fleisch zu erwischen. Das Gemüse sollte bedeckt sein. Oft rühren. Ist as Gemüse fast gar, die Bohnen hinzugeben und mit dem Fleisch und restlichem Fond auffüllen. Nicht länger als noch 15 Minuten köcheln lassen. In den letzten 10 Minuten die Lauchzwiebeln hinzugeben und alles ziehen lassen.
Ich selbst musste zu diesem Zeitpunkt nichts mehr nachwürzen. Wie es bei Euch aussieht weiß ich nicht … macht rein, was Euch fehlt. Es ist ein Eintopf. Ländlich. Bäuerlich. Einfach. Nichts auf den Hauch abgeschmecktes. Ich habe auch wenig Hâute-Cuisine-Ansprüche. Frisch, selbstgemacht & Zeit ist meine Devise … quer durch die Welt. Offen für Alles.

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Bon apetite!

Update: Ergebnis nach 8,5 Minuten:

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Die Topi’s scheinen einen recht tiefen Garpunkt zu haben. Werft sie 10 Minuten nach dem Sellerie und den Möhren rein.

Küchentag zum Dritten oder „Die Beilagenfrage“

Was bisher geschah I. Teil
Was bisher geschah II. Teil

Da steht man morgens auf und der erste Blick gilt den beiden großen Töpfen, welche die Nacht auf der kühlen Terrasse verbringen mussten. Meinem Rinderfond habe ich erst einmal das Fett verboten und die Beinscheiben von unansehnlichen Teilen getrennt. Den Rest stelle ich bei Seite und werde die „guten“ Stücke später nach dem Abseihen wieder hinzufügen.

Dem Mistkratzer geht es gut, er hat noch zu warten. Heute morgen bewegte mich jedoch die Frage, welche Beilagen man zu einem so gehaltvollen Gericht serviert. Da Coq au vin der französischen Landhausküche entstammt, habe ich mich für Baguette entschieden und mache vielleicht noch einen kleinen Salat dazu.

Also flink eine Tüte Mehl rausgeholt, einen Hefewürfel in lauwarmer Milch aufgelöst, mit dem Mehl vermengt und Salz dazu. Ein Schuss Olivenöl kann nicht schaden, bevor man das ganze mit lauwarmen Wasser anreichert.
Die Mengenangaben sind dabei von Mehl zu Mehl unterschiedlich. Über den Daumen gepeilt kann man aber sagen, dass 500gr. Mehl ca. 250ml Flüssigkeit verträgt. Der Teig ist gut, wenn er glatt wie ein Kinderpopo ist und ebenso schön klatscht wenn man draufhaut. Bitte nicht am eigenen oder auch anderen Kindern ausprobieren!
Lasst ihn jetzt in einer warmen Ecke für eine gute Stunde gehen.

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In der Zwischenzeit lasse ich mal die Rinderbrühe aufkochen und danach noch etwas „wallen“ …

Da habe ich gestern doch noch Lauchzwiebeln erwähnt, oder? Diese zerfallen mir immer zu sehr. Daher habe ich die erst heute geschnitten und gebe sie nach einer kurzen Pfannenschwitzkur in den letzten 15 Minuten hinzu. Kleine Schalotten halbiert oder Perlzwiebeln ganz sehen am Ende schöner aus. Man kann aber auch, wie ich heute, mittelgroße Zwiebeln vierteln, bzw. achteln. Ich werde sie also nachher in etwas Butter dünsten, mit etwas Rohzucker bestäuben, welcher dann schmelzen soll und mit einem Schuss Weißwein ablöschen. Dieses hübsche Pfännchen geht in der letzten Viertelstunde des Coq im Ofen mit in den Bräter.
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Mein Rinderfond ist nun abgeseiht. Nach erster Geschmacksprobe habe ich ihn offen noch eine halbe Stunde reduziert. Das „Gute“ von den Beinscheiben wurde kleingeschnitten, bzw. zerpflückt und dem Fond zurückgegeben. Nun habe ich mich auch entschieden: Weiße Bohnen-Eintopf mit Gemüse. Also man schnell einweichen die Dinger … Morgen mehr dazu …

Den Teig habe ich gefaltet, überschlagen, geknetet und gequält bis er so aussah:

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Aalglatt und trotzdem schön fluffig. Also Hefeteige habe ich langsam raus. Diese Kugel geht noch einmal 20 min, bevor ich das Baguette in seine endgültige Form bringe. Dabei könnt ihr eurer Fantasie freien Lauf lassen. Zöpfe, Gefaltetes, Sticks oder einfach nur Brotartiges – alles ist erlaubt. Ich habe das ganze in Ciabatta-ähnliche Form gegeben und Baguette-typisch eingeritzt.

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Ab mit dir bei 180 Grad (20-30 min) …

Le Coq musste dafür natürlich den Ofen verlassen.
Dessen Behandlung nun im Schnelldurchlauf:
Hähnchenteile herausnehmen und warm stellen. Kurz aufkochen und reduzieren. Durch das Mehl gestern sollte die Soße sämig genug sein. Abschmecken. Die Zwiebeln und Lauchzwiebeln wie oben beschrieben durch die Pfanne ziehen und dem Coq-Gemüse hinzugeben wenn es so aussieht:

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Ist der Salat fertig, das Brot gebacken und die Soße sämig, die Hühnchenteile hinzugeben und erhitzen. Alles in eine Auflaufform oder Steinguttöpfchen … mit Baguette und Salat … Voíla!

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Es gibt Essen …

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Damit ist mein SlowerEat-„KÜCHENTAG“ fürs erste nach ca. 24h beendet. Morgen kommt die Suppe dran – da habe ich schon ein paar Ideen für. Der Sonntag ist inhaltlich noch nicht gesichert.
Ich danke allen Lesern für Ihr Interesse. Ein Kommentar wäre nett 😉 damit ich merke, dass ich überhaupt gelesen wurde. Gern auch anonym und mit Kritik.
Bis später und immer einen LANGSAM geschwungenen Löffel … wir sind bei SlowFood!

Küchentag zum Zweiten oder „Das Weinhähnchen“

… was bisher geschah!

Es ist zwar immer noch der gleiche Tag, aber das Coq au vin braucht nun seine Zuwendung. Eigentlich sollte es wenigstens 24h in dem Sud ziehen, aber die Zeit habe ich jetzt nicht. Schließlich soll es noch zweimal gebacken/geschmort werden. Aber mal so unter uns: Wer merkt schon, ob ein Hähnchen 10 Stunden oder 20 Stunden schwimmen war.
Ich habe das Viech schließlich aus der Brühe gehoben, gesäubert und bei Seite gelegt. Das Gemüse abgeseiht und den Weinsud aufgefangen.
Das Fleisch wird nun ordentlich angebraten (stellt schon mal den Ofen auf 160 Grad …) und an einem sicheren Ort verwahrt.

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In der, vom Fett befreiten Pfanne nun in etwas Butterschmalz (oder einfach guter Butter) das Gemüse anbraten. *autsch* … verbrannt. Na toll. Pflaster rum und weiter geht’s …
Kräftig anschmoren und die Hähnchenteile zurücklegen. Die Pfeffermühle darf nun ruhig zum Einsatz kommen. Jetzt bitte mit Mehl bestäuben und weiter ordentlich anschießen. Wir hoffen dadurch auf etwas Kruste und später auf eine sämige Soße.
Wenn es richtig schön zischt, mit Marsala ablöschen. Etwas einkochen lassen und mit dem Weinsud auffüllen. Das Ganze werde ich jetzt bei 160 Grad eine Stunde lang im Ofen schmoren und dann raus auf die kalte Terrasse stellen.
In der Zwischenzeit beseitige ich die restlichen Kampfspuren in der Küche und lehne mich bei einem Coal Ila zurück.

Ein schöner Tag … morgen geht’s weiter. Gute Nacht allerseits …🌟🌛

➡️zum nächsten Tag➡️

Küchentag

Ein fröhliches Hallo, meine lieben Blog-Leser!
Heute ist KÜCHENTAG! Nachdem ich, beruflich eingebunden, die letzten Tage nichts weiter von mir geben konnte, ist heute nun endlich frei und ich war Einkaufen. Mein Kasumi ist geschliffen, der Rest gewetzt, die Küche geputzt und so kann es losgehen.
Ich habe so einiges vor. Insgesamt soll der heutige Tag ein Abendessen ausspucken und die nächsten beiden Tage grundlegend vorbereiten.
Weil das Lachsfilet frisch ist, möchte ich es nicht all zu lange warten lassen und bereits heute mit Topinambur und einem Fenchel-Zucchini-Gemüse vermählen. Das Ganze bekommt noch etwas Aroma von dem Apfel, der aus China stammt. Irgendwie nebenbei bereite ich den Wunsch eines kleineren Herren nach einer Suppe, bzw. einem Eintopf für Samstag vor. Mich beschäftigt also heute auch noch dieser Blogeintrag.
Zu guter Letzt gibt es morgen ein Coq au vin vom Riesling „herbstlicher Natur“, welches heute mariniert werden möchte. Also alles in allem, ein richtig schöner Küchentag für Menschen wie mich, bei denen es in der Küche einfach nur LANGSAM zugehen soll. SlowFood eben.
Also schaut immer mal wieder rein, bzw. drückt auf „reload „, denn dieser Blogeintrag wird allmählich wachsen …

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Zu erst mache ich mich einmal an das Coq au vin. Dieses Gericht ist nicht erst seit diesem schrecklich Film mit dem schlechtesten deutschen Schauspieler aller Zeiten ein Klassiker, sondern schon viel länger. Die kreolische Küche hat dieses „Hähnchen im Wein“ gern übernommen und mit ihrer entsprechenden Gewürzpalette erweitert.
Für gewöhnlich kocht man das Ganze auch in Rotwein und kann es eigentlich variieren wie man möchte, doch es heißt nun mal nur „Hahn im Wein“ und kennt, wie viele andere Klassiker, kaum den Ursprung, bzw. DAS Original-Rezept. Weil ich einen herbstlichen Ansatz möchte, mache ich die Riesling-Variante mit Pilzen, Sellerie, Möhren, Paprika und Lauchzwiebeln und schiebe Vanilleschote & Co. mal bei Seite.

Zu allererst aber steht das mühsame Zerteilen des toten Vogels. Ich ritze dafür mit einem sehr scharfen Messer bis an den Knochen heran und gehe dann mit einer Geflügelschere durch die Knochen. Leute, besorgt euch eine richtig ordentliche Geflügelschere und spart nicht! Ich habe mich Jahre mit billigem Kram rumgeärgert. Meine jetzige war ein paar Euro teuer und geht auch bei rohem Geflügel locker durch die Knochen … und das nun auch schon länger als ein Jahr regelmäßig.

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Halbwegs personengebunden gibt es bei mir VIER Teile.
Diese lege ich auf den Grund eines einigermaßen großen Bräters und überhäufe den Morgenkräher mit 3 Stangen in kleine Stücke geschnittenen Staudensellerie, ebenso großen Teilen von 4 schönen Bundmöhren (leider standen mir diesmal nicht meine geliebten Moormöhren zur Verfügung), gewaschenen und ungeschnittenen, braunen Champignons, sowie zwei Hände voll Würfel roter Paprikaschoten. Als Bouquet „SlowerEat“ wähle ich einen ordentlichen Strauch von Estragon, Salbei, Rosmarin und vietnamesischen Koriander (letzteres bitte sparsam, es sticht sehr hervor). Kleingehackt wird dieser Gartengruß über alles andere gestreut, bevor das Hähnchen in einer großen Flasche Riesling das Schwimmen lernt. Wer hier aus Geiz den billigsten Wein nimmt, hat selber Schuld.

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Derweil diese Kreation vor sich hinzieht, mache ich mich mal an den Basisfond für meine Suppe
Es „wallt“ vor sich hin …

… während es wallt, kann ich ja mal langsam an ein Sößchen zum Lachs nachher denken. Leider produziert das, was ich vor habe, keine eigene Flüssigkeit, darum etwas aus … schlagt mich … fertigem Fischfond im Glas. Ich habe gerade wirklich keine Fischkarkassen.
Ergo, schnell eine Schalotte kleinst-gehackt nebst einer Knoblauchzehe. Ebenso verfahre ich mit einigen Salbeiblättern.

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Ich zerlasse etwas gute Butter im Topf und schmelze die Schalotten und den Knoblauch langsam an. Gelöscht wird zuerst mit etwas Marsala – einkochen – und dann mit dem Saft einer Orange. Ich finde, dass neben dem obligatorischen Apfel eine Orange sehr gut mit Salbei harmoniert.
Das Ganze ein, zwei Minuten köcheln und dann mit dem Fischfond aufgießen. Bei meinem steht „Bio“ drauf. Hatte jetzt aber nicht die Gelegenheit nachzuschauen, was daran Bio ist. War Zufall.
Dem Fisch habe ich erstmal lediglich etwas Meersalz, Pfeffer und etwas Limettensaft gegönnt, sowie mit ein paar zerkleinerten Chilifäden veschönert/geschärft.

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Der Fond köchelt noch … und der Hübsche geht jetzt in den Ofen bei 200 Grad Ober- und Unterhitze, sagen wir mal … 30 Minuten.

So, es gab Essen und nun wird der Rest erzählt:
Das Sößchen zum Lachs habe ich dann irgendwann durch das Sieb des Fetttrennkännchens gegeben und das Aufgefangene mit einer Kräutermischung aus dem Garten vermengt. Nehmt, was Euer Geschmack ist oder was ihr da habt. Der Lachs wird es Euch nicht verübeln: denn diese Masse streiche ich über den fast fertig gebackenen Kandidaten und gönne ihm weitere fünf Minuten im Ofen.
In der Zwischenzeit ist es mir gelungen Fenchel und gelbe Zucchini zu zerkleinern. Beides möchte ich in einer Wok-ähnlichen Pfanne garen. Fenchel braucht länger. Fangt daher mit ihm an. Zucchini kann nach 10 Minuten dazu. Das Gemüse lösche ich mit dem Saft einer weiteren Orange ab, in der Hoffnung, dass dies sich in der Soße widerspiegelt. Ansonsten belasse ich es bei Pfeffer und Salz, gebe zum Ende hin aber einen Schuss Sahne hinzu.
Die vom Fett getrennte Soße nochmals reduzieren und kurz vorm Servieren ausschalten und eisgekühlte Butter unterheben.

Fast vergessen hätte ich die Topinambur. Ein mir recht neues Wurzelgemüse, der Kartoffel nicht unähnlich. Meine liebe Tante sandte sie mir aus ihrem Garten. Für gewöhnlich ist man froh, die sonnenblumenähnlichen, überall auswuchernden Gewächse wieder aus selbigem zu entfernen. Ich selbst habe Topinambur jedenfalls aus meinem Garten verbannt.
Aus Zeitgründen habe ich sie in kleine Scheiben geschnitten und in reichlich Olivenöl zu Chips verwandelt und im Sieb abtropfen lassen. Den „Kick, was Neues“ hatte ich nicht, aber vielleicht wurden sie ja falsch zubereitet. Die Kiste ist noch recht voll. Mal schauen, was ich mit dem Rest anstelle …

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Zum Ende hin wurde es recht hektisch und ich habe mal lieber in Schüsseln als auf Tellern aufgefüllt.
Fazit ist, dass Chilifäden rein gar nichts bringen. Etwas Optik vielleicht. Aber ansonsten wie ein Abendkleid zur Oper: Es macht die Musik nicht besser 😉.

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Jetzt werde ich etwas die Küche aufklaren, den Fond nochmal aufsetzen und mit dem Coq au vin beginnen …

Weiter geht’s …

KARTOFFELKUCHEN

Sehr interessante Kartoffelversion. Kenne ich überhaupt nicht, obwohl ich aus einer Kartoffelecke komme. Lässt sich bestimmt gut allein mit Salat genießen oder kombinieren. Muss ich unbedingt diesen Herbst probieren …

was gibts denn heute?

DSC04002Heute gibts mal einen einfachen Kartoffelkuchen, dem man ganz nach eigenem Gusto  Zutaten und Gewürze hinzufügen kann. Er ist relativ schnell gemacht und mit einem Salat ein schönes leichtes Essen.

  • 1 kg Kartoffeln ( ich hatte vorwiedend festkochende)
  • Salz und Pfeffer
  • RosenPaprika
  • 2 Eier
  • 200 g geriebener Gruyere oder Appenzeller
  • Butterflocken
  • eine grosse Zwiebel, gerieben
  • 1-2 Knoblauchzehen gepresst
  • flache Ofenform mindestens 26 cm.‘, Haushaltsreibe

ZUBEREITUNG   :

  • Zuerst mal die geschälten Kartoffeln in eine grössere Schüssel grobraspeln- nicht reiben, sonst wird der Teig zu wässrig-.  Den Ofen auf 225° Ober/Unterhitze vorheizen. Nun die Eier, den geriebenen Käse, die geriebene Zwiebel, den gepressten Knoblauch, Salz, Pfeffer aus der Mühle und etwas Rosenpaprika (und was euch sonst noch so einfällt !) nach Geschmack zu den Kartoffelraspeln geben und alles gut vermischen.  Die Ofenform gut buttern und die Kartoffelmasse darin gleichmässig verteilen. Obendrauf noch ein paar Butterflöckchen setzen und schon kann das Ganze…

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Rosenkohl, mediterran … mal als Unfall

Gäste sind zu Besuch, na ok es sind meine Eltern. Durchaus begeisterte Blogleser 😉 So werde ich heute teils auf Bewährtes zurückgreifen und teils Neues ausprobieren.
Grundlage sind diese netten Lebensmittel:

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Wir sehen in heißem Wasser eingeweichte und ehemals getrocknete Steinpilze (warum: aromatischer und es entsteht aromatisches Wasser), in Himbeeressig und Wasser eingelegte getrocknete Tomaten, bereits geputzter Rosenkohl, geriebener Parmesankäse und natürlich ein feines Stück Rinderfilet.

Zum Rinderfilet möchte ich nichts sagen. Die Bio-Firma hat vielleicht gute Kühe, aber einen miserablen Metzger. Das wird noch zu bereden sein …
Ich musste das Ding sogar binden, so zerpflückt war es.
Zubereitet habe ich es ganz klassisch wir hier bereits beschrieben.

Um es vorweg zu nehmen: es gibt heute kein Finalfoto, weil der Rosenkohl nicht ansprechend war. Ich habe ihn einfach zu früh begonnen. Nach seiner kurzen Garzeit (nicht ganz durch) sah er noch so aus:

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Doch dann hätte ich sehr flink das ganze in Butter schwenken sollen, die eingeweichten Tomaten hinzugeben, gehackte Mandeln drüber, mit Pfeffer & Salz ablöschen und erst in der Schüssel oder auf dem Teller den geriebenen Parmesan darüber geben sollen. Dann wäre der Rosenkohl grün und die Tomaten rot geblieben. So musste ich die kleinen Röschen leider lange hinhalten. Sie wurden grau und die Tomaten braun. Ärgerlich. Das zeige ich dann mal lieber nicht; lernt einfach aus meinen Fehlern. Das nächste Mal time ich das besser.

Die Kartoffeln sind aber eine gute Idee aus Chefkoch.de (wo ich für gewöhnlich nicht oft nachschaue). Die eingeweichten Steinpilze habe ich in einen Kaffeefilter gegeben und ausgepresst. Das Wasser aufgefangen. Die abgequetschten Pilze etwas kleiner hacken und zusammen mit einer Zwiebel und zwei Knoblauchzehen kurz andünsten (schön vorstellen könnte ich mir Frühlingszwiebeln). Kartoffeln hinzugeben etwas mitdünsten und dann mit etwas Pilzwasser und Sahne auffüllen. ACHTUNG! PilZwasser, nicht PilSwasser 🍺! Soweit bis die Kartoffeln bedeckt sind. Der Garvorgang auf kleiner Flamme dauert vielleicht 30 Minuten. Je nach Bedarf kann man noch weitere Sahne und Pilzwasser hinzufügen. Die Soße sollte zum Ende hin gut eindicken. Abgeschmeckt wird nur mit Salz, eventuell Pfeffer. Kräuter fände ich hier zu überladen.

Ja, so kann’s auch gehen. Heute also einmal in Kurzform und ohne viele Fotos. Ich gebe mir aber wieder Mühe … Versprochen …

Hähnchenbrustfilet im Kräutermantel mit Wirsingkohl

Es ist mal wieder Sonntag. Was soll ich sagen … ich habe direkt mal keine Lust zu kochen. Also lasse ich sich das ganze mal entwickeln.
Ich schaue erstmal nach, was ich überhaupt habe. Da wären:
3 hübsche magere Biohof-Hähnchenbrüstchen (jaaaaa, es ist wieeeeeder Fleisch), ein Wirsingkohl von ebenda besorgt, sowie diverser Kleinkram, den man nun mal so in den Schränken und den Untiefen des HWR schlummern hat.
Hähnchenbrust pur? Ne, das ist heute irgendwie zu langweilig. Schonend im AMC-Topf gegart mit ein bisschen Gemüse drumrum? Ne, gesund kann ich auch morgen noch leben. Also lasst mich mal überlegen und drückt immer mal den Reload-Pfeil. Heute gibt’s livecooking 😉

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Ich werde wohl etwas überbacken. Auch nicht der Brüller, aber geht schnell und man kann bei der Kruste etwas Fantasie walten lassen.

So, jetzt habe ich erst einmal Mandeln, Kürbiskerne, Rosmarin, Thymian, Salbei, Koriander, Basilikum, eine kleine Zwiebel, Walnuss-Balsamessig, Honig, Senf (locker 3 EL), einen Rest selbstgemachtes Tomatenchutney und etwas Jogurt pur in den Stabmixer gehalten.

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Dass Ganze schön pürieren und erstmal stehen lassen.

In der Zwischenzeit schäle ich mal flink Kartoffeln und schneide den Wirsing in Streifen … so fertig.
Die Hähnchenbrüste habe ich derzeit gepfeffert und gesalzen, mit der pürierten Paste eingedeckt und lasse sie derweil bei 150 Grad im Ofen. Mein Ziel ist es, dass sie in 45 min gar sind. Mal schauen.

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Für den Wirsing 3 mittelgroße Zwiebeln und 2 Knoblauchzehen schälen und hacken. Zwiebeln können ruhig etwas grober sein. In Butter und Olivenöl andünsten. Die äußeren und in Streifen geschnittenen Blätter des Wirsings warten lassen und zuerst den mittleren, aber vom Strunk befreiten Kern kleinhacken und zu den Zwiebeln geben. Gut mitdünsten. Salzen und mit dem Saft einer Orange ablöschen. Nach 5-10 min die äußeren, in Streifen geschnittenen grünen Blätter hinzufügen und mit dem Saft einer weiteren Orange ablöschen. Zugedeckt bei mittlerer Hitze garen lassen. Zum Ende hin die abgeriebene Schale einer Orange unterheben und mit zwei Bechern Sahne auffüllen. Noch einmal 5 Minuten einkochen lassen.
Die Kartoffeln kochen und ausdampfen lassen. Anschließend in reichlich Butter schwenken und mit Petersilie überstreuen. Noch einmal durchschwenken und servieren.

Das Hähnchen war nach 45 min bei 150 Grad Ober- und Unterhitze gut durch, aber nicht trocken. Die Kräutepanade hätte etwas weniger Süße und Koriander vertragen können. Insgesamt merke: gehe in Zukunft sparsamer mit vietnamesischen Korianderblättern um!

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Das war es erst einmal von mir aus der Küche. Nächste Woche kommen die Eltern. Da wird sicher ein Essen gebloggt.

Feigen-Tapas an Birnen-Risotto

Heute Abend gibt es Käseplatte mit feinen Auswahl-Käsesorten, Früchten und einem ordentlichen Roten aus España. Daher heute Mittag etwas snackartiges Essen.

Ich habe Parmaschinken (frisch geschnitten) ausgebreitet und mit einem Thymian-Ziegenfrischkäse bestrichen. Eine Trockenfeige wurde halbiert und jeweils in den bestrichenen Schinken eingewickelt. Am Ende das Paketchen mit Honig „verkleben“ und verschließen. –> liegenlassen.

Das Risotto ist schnell gemacht: Man sage dem Sohne, er möge zwei große Birnen vom Baume holen. Eine wird fleißig von allen Seiten abgeraspelt, die andere entkernt, geschält und geviertelt.
Drei bis vier Schalotten sehr fein hacken und in Olivenöl andünsten. 400ml Geflügelfond heiß halten. Risottoreis zu den Schalotten geben, rühren und mit den Birnenraspeln, die hoffentlich auch Saft gelassen haben, ablöschen. Rühren. Mit etwas heißem Fond aufgießen bis der Reis bedeckt ist.

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Kleine Flamme heißt bei Risotto wirklich geringes blubbern. Regelmässiges Rühren. Bei Bedarf Fond nachgießen. Das Risotto ist fertig wenn es a) schön schlorzig über den Holzlöffel läuft und b) weich ist.
In der Zwischenzeit die gewürfelten Birnen in einem kleinen Topf mit Wasser bedecken, Rohrzucker und Bianco-Essig hinzugeben und kleingehackt 5 Salbei- und 5 Basilikum-Blätter mitköcheln … Und zwar so lange, bis die Birnen entweder weich sind oder der Sud sirupartig wird. Wird er nicht sirupartig, den wässrigen Teil abgießen und die Birnenwürfel unter das fertige Risotto heben.

10-15 Minuten vor Ende des Risottos die „Tapas“ in den 150-Grad-Ofen geben und gegebenenfalls wegen des Honigs nachpinseln. Nach spätestens 10 min entweder ausmachen oder auf Warmhalten stellen. Der Käse darin darf nicht kochen und die Tapas platzen lassen.

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Änderungswünsche: Ziegenkäse pur. Die Thymian-Knoblauchvariante ist etwas overkill an Aromen. Frische Feigen, aber schön reif, anstatt der getrockneten.

Bon Appetites für heute und bis demnächst!