Imbiss gewünscht: Pasta mit Mango und Chili

Zum Abend wurde ein kleiner Imbiss gewünscht. Etwas exotischer aber irgendwie mit Nudeln (Nudeln vom kleinen Mann gewünscht).

Also flink eine Knoblauchzehe nebst Chilischote kleingehackt und gemeinsam mit einer eh überreifen Mango im Töpfchen angedünstet. Salz rauf, Honig drüber und mit Sahne aufgegossen auf sehr leiser Flamme einkochen lassen.

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Das kann dauern. Während des langsamen Rührens begleitet ein neuer sehr frischer und vielversprechender Valpolicella meine Langeweile.

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Die hübschen Bandnudeln sind zwar von hervorragender Qualität aber getrocknet und entsprechend unkompliziert zubereitet. Sie warten bereits abgeseiht und abgeschreckt im Sieb.

In einem Wok mit Olivenöl und etwas Butter zwei Hände voll Garnelen anbraten, die Nudeln dazu und weiter schwenken. Ist man zufrieden mit dem Werk, die Sahnesauce dazugeben und vermengen. Ab auf den Teller.

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Der Rest vom Valpolicella passt hervorragend.

Adios bis zu, Kasseler …

Köttbullar Classic

Es ist Samstag und der ganze Tag gilt irgendwie der Hauspflege. Warum? Jawoll, die scheiss Weihnachtsdeko muss raus. Das ist nun gar nichts für mich. Weihnachten existiert irgendwo zwischen Amazon und kranker TV-Werbung und man kann sich dem kaum entziehen. Amazon, weil alles, aber auch wirklich alles bei diesem Versandhaus bestellt werden kann (und auch prompt kommt). Kranke TV-Werbung, weil man, kaum das Gerät eingeschaltet, mit jeder Menge Tech-Nick und Parfüm vollgekotzt wird … puh genug aufgeregt. Weihnachten hat auch was Schönes: das Backen, das Kochen, die Musik, vielleicht auch mal eine Weinklasse höher. Und man hat mal nichts zu tun. Die Welt steht für einen Augenblick still. Man widmet sich den eigentlich wichtigen Dingen im Leben. Nichts hat offen (die Tankstelle vielleicht) nichts wirkt geschäftig. Es hat auch keiner Zeit, weil jeder irgendwie mit seiner Familie beschäftigt ist. Das gilt natürlich nur für die Weihnachtstage an sich. Die Wochen davor? Die Hölle. Geschäftiges Treiben wie sonst kaum im Jahr. Jeder möchte seine Angelegenheiten in letzter Sekunde regeln. Dazu kommen Suchsafaris nach passenden Weihnachtsgeschenken und irgendwas Teures geht in den Adventswochen meist auch kaputt und muss für viel Geld ersetzt werden. Weil ich versuche mich dem zu entziehen, arbeitet also der Rest der Familie und ich …. ja, ich koche das Mittag. Samstag-stylish was Einfaches aber nicht ohne Fleisch. Essen wir ja die ganze Woche nicht. Also am Wochenende Fleisch oder Fisch. Ich hasse Dauerveggies.
Meine Wahl fiel nach der Konsultation verschiedener Apps, Bücher und Internetseiten tatsächlich auf so etwas Profanes wie Köttbullars. Jeder kennt sie von seinem letzten IKEA-Besuch, wenn er/sie nicht gerade am Hot-Dog-Stand versifft ist, wo man sich für einen Euro das Wurstbrötchen selber machen darf. Selbst in die Pferdefleischaffäre vom letzten Jahr wurden IKEAS tolle Köttbullars involviert … war wohl doch kein Elch.
Alles ungerecht; IKEA ist nicht Kochen und schon gar nicht Schweden. Über die Pferdebällchen beim blau-gelben Möbel-Garten-Deko-Bretter-Haus muss man sich nicht wundern. Dahinter steht eine ähnliche Struktur wie bei McDonalds, den Asia-Food-Ständen oder Subway-Broten. Nur halt subventioniert. Wo ist es nur hin, das richtig geile, individuelle Streetfood. Eins, wo nicht jeder im Prinzip das Gleiche macht. Selbst sowas simples wie Köttbullars scheinen in der Nahrungsmittelindustrie ein Riesenproblem zu sein und wurden praktisch glattgebügelt für das glutamatverseuchte Volk. Daher für alle, die es einfach aber trotzdem frisch und gut gemacht mögen, hier ein Schnelldurchlauf:

Ich gehe mal von vier Essern aus. Für ebendiese Bedarf es drei Toastscheiben, entrindet. Ein altes Brötchen vom Vortag macht’s aber auch. Weicht alles in etwas Milch ein, schön zerbröselt. Eine Zwiebel möglichst feingehackt, wird glasig gedünstet und mit 500 Gramm Rinderhack, sowie dem Milchbrötchen-Matsch vermischt. Ach ja, ein Ei noch rein. Gewürzt wird das Ganze mit Pfeffer, Salz und Achtung: zerstoßenem Piment und etwas Muskatnuss-Abrieb. Ich mache … pssst … immer noch etwas strunznormales Mehl dazu. Bindet einfach besser. Also ETWAS.

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Formt hübsche kleine Bällchen daraus und stellt sie möglichst kalt für eine halbe Stunde irgendwo hin. Im Moment ist die Terasse oder der Balkon dafür ein optimaler Ort … solange der Hund angeleint ist.
Wartezeit ist keine Schlenzzeit. Also Kartoffeln schälen. Ich habe sie diesmal völlig salzlos im fast wasserlosen Topf dieser überteuerten Vertreter-Marke gegart. Zum Rest komme ich später.
Die Bällchen können nun gebrutzelt werden. Ich nehme dafür lieber feine Butter als Öle. Nicht zu heiß. Die Bällchen sollen auch in der Mitte garen. Nach 15 Minuten sollten sie fertig sein. Im Sieb abtropfen lassen und warm stellen. Im verbliebenem Fett Mehl anschwitzen und mit Rinderfond Stück für Stück erst löschen und dann anrühren. Ich denke 400-500 ml sollten genügen. Noch etwas Muskat darüber und mit Sojasoße plus Pfeffer abschmecken. Ein Schuss Sahne rundet das Sößchen ab.

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Bitte nicht Salzen!
Die fertigen Kartoffeln in etwas Butter schwenken (ich nehm‘ da immer eine Wok-ähnliche Pfanne für). Etwas Sojasauce darauf träufeln … weiter schwenken. Ab ins Sieb und mit gehackter Petersilie bestreuen (da ist wirklich noch grüne im Garten …) .
Köttbullars auf den Teller, Soße darüber und die Kartoffeln aus dem Sieb dazu. Voíla!

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Die Bullars sehen etwas dunkel aus, das ist aber nur das Foto. Etwas dunkel fotografiert. Ein Strich Preiselbeeren würden das ganze optisch, wie auch geschmacklich abrunden. Hatte ich aber nicht.
So bleibt ein Klassiker aus dem hohen Norden, der unseren Küche nicht unähnlich. Schnell gemacht, geldbeutelschonend und das Wichtigeste: es hat ohne Industrie geschmeckt.

Der Tag war danach übrigens halbwegs gerettet. Das Weihnachts-Klimbim leuchtet 🎄 und ich denke über Sauerkraut mit getrockneten Tomaten nebst Kapern nach und könnte mir dazu einen süßlich-krustigen Kasselerbraten gut vorstellen. Aber diese Geschichte soll ein andern mal erzählt werden …

Hähnchenbrustfilet im Kräutermantel mit Wirsingkohl

Es ist mal wieder Sonntag. Was soll ich sagen … ich habe direkt mal keine Lust zu kochen. Also lasse ich sich das ganze mal entwickeln.
Ich schaue erstmal nach, was ich überhaupt habe. Da wären:
3 hübsche magere Biohof-Hähnchenbrüstchen (jaaaaa, es ist wieeeeeder Fleisch), ein Wirsingkohl von ebenda besorgt, sowie diverser Kleinkram, den man nun mal so in den Schränken und den Untiefen des HWR schlummern hat.
Hähnchenbrust pur? Ne, das ist heute irgendwie zu langweilig. Schonend im AMC-Topf gegart mit ein bisschen Gemüse drumrum? Ne, gesund kann ich auch morgen noch leben. Also lasst mich mal überlegen und drückt immer mal den Reload-Pfeil. Heute gibt’s livecooking 😉

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Ich werde wohl etwas überbacken. Auch nicht der Brüller, aber geht schnell und man kann bei der Kruste etwas Fantasie walten lassen.

So, jetzt habe ich erst einmal Mandeln, Kürbiskerne, Rosmarin, Thymian, Salbei, Koriander, Basilikum, eine kleine Zwiebel, Walnuss-Balsamessig, Honig, Senf (locker 3 EL), einen Rest selbstgemachtes Tomatenchutney und etwas Jogurt pur in den Stabmixer gehalten.

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Dass Ganze schön pürieren und erstmal stehen lassen.

In der Zwischenzeit schäle ich mal flink Kartoffeln und schneide den Wirsing in Streifen … so fertig.
Die Hähnchenbrüste habe ich derzeit gepfeffert und gesalzen, mit der pürierten Paste eingedeckt und lasse sie derweil bei 150 Grad im Ofen. Mein Ziel ist es, dass sie in 45 min gar sind. Mal schauen.

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Für den Wirsing 3 mittelgroße Zwiebeln und 2 Knoblauchzehen schälen und hacken. Zwiebeln können ruhig etwas grober sein. In Butter und Olivenöl andünsten. Die äußeren und in Streifen geschnittenen Blätter des Wirsings warten lassen und zuerst den mittleren, aber vom Strunk befreiten Kern kleinhacken und zu den Zwiebeln geben. Gut mitdünsten. Salzen und mit dem Saft einer Orange ablöschen. Nach 5-10 min die äußeren, in Streifen geschnittenen grünen Blätter hinzufügen und mit dem Saft einer weiteren Orange ablöschen. Zugedeckt bei mittlerer Hitze garen lassen. Zum Ende hin die abgeriebene Schale einer Orange unterheben und mit zwei Bechern Sahne auffüllen. Noch einmal 5 Minuten einkochen lassen.
Die Kartoffeln kochen und ausdampfen lassen. Anschließend in reichlich Butter schwenken und mit Petersilie überstreuen. Noch einmal durchschwenken und servieren.

Das Hähnchen war nach 45 min bei 150 Grad Ober- und Unterhitze gut durch, aber nicht trocken. Die Kräutepanade hätte etwas weniger Süße und Koriander vertragen können. Insgesamt merke: gehe in Zukunft sparsamer mit vietnamesischen Korianderblättern um!

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Das war es erst einmal von mir aus der Küche. Nächste Woche kommen die Eltern. Da wird sicher ein Essen gebloggt.

Kürbis-Bruschetta mit Birnen und Kotelett

Es wird herbstlich. Das soll sich natürlich auch auf dem Speiseplan des langen Wochenendes niederschlagen. Nach einigen Querelen mit der hiesigen Bio-Fleischerei musste ich nun strunznormale Koteletts holen. Geplant waren dicke doppelte Stielkoteletts mit zwei Knochen. Naja, man kann nicht alles haben.
Den Rest habe ich irgendwo mal in den Untiefen der Millionen Kochseiten gefunden und so halbwegs im Kopf gehabt. Dadurch dann aber wahrscheinlich etwas variiert.
„Was bringt der Herbst zu uns her? Kürbis bringt er her und noch vieles mehr …“ singen die Kinder gern im Kindergarten. Zu uns brachte er einen Hokkaido vom Hof, eigene Birnen und die wahrscheinlich bald letzten frischen Kräuter des Gartens, bevor diese abgemäht und getrocknet werden.

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Los geht’s! Wer flink ist und sich etwas auskennt, macht dieses hübsche, herbstliche Gericht in unter 40 Minuten:

Kürbis entkernen und bitte schälen (auch wenn man Hokkaido-Schale eigentlich mitessen kann). Bei der Birne ebenso das Gehäuse entfernen und gegebenenfalls schälen, falls es eine Sorte mit rauer fester Schale ist. Beides in recht kleine Stückchen schneiden. Nicht mehr als 5 mm würde ich sagen. Ich habe die Relation 3 Teile Kürbis, 2 Teile Birne gewählt.

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Zwiebeln und Knoblauch sollten ebenfalls schon abgezogen und sehr feingehackt bereitstehen. Wir benötigen zwei kleine Zwiebeln und zwei Knoblauchzehen für die Bruschetta und noch einmal eine Zehe für die Soße.

Jetzt der Reihenfolge nach: Ich habe die auf Zimmertemperatur gebrachten Koteletts mit etwas Olivenöl eingerieben und ansonsten ungewürzt in die heiße Teflonpfanne gegeben. Von beiden Seiten schön bräunen und anschließend in einer Auflaufform oder auf einem feuerfesten Teller in den 150-Grad-Ofen schieben (dazu später mehr). Das Ganze bleibt dort jetzt offen für 15-20 Minuten, also sputen wir uns mit dem Rest …

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Zwiebeln und Knoblauch andünsten und Kürbis/Birnen hinzugeben. 10-15 Minuten schwenken und dünsten. Zum Ende hin mit Bianco-Essig löschen und fünf kleingehackte Korianderblätter untermischen. Die Masse sollte nicht zerfallen. Der Kürbis übergeht den Gargrad gern sehr plötzlich und ist dann nur noch Pampe. Zum Schluss Roquefort-Käse unterheben. Nicht zu viel. Ich denke, bei einem halben Kürbis und einer großen Birne reichen 50-60 Gramm.
Pfeffer und Salz nicht vergessen.
Bestimmt habt ihr nebenher auch noch Zeit gefunden ein paar Baguette-Scheiben in der Kotelett-Pfanne beidseitig zu rösten und anschließend auf einem Küchenpapier oder Gitter abtropfen zu lassen 😉
Denn dort kommt die Masse nun rauf und wird mit einem hübschen Blättchen verziert. Ich habe den blau-lila Basilikum genommen, weil mir Koriander als pures Blatt einfach zu seifig schmeckt.

Die „Soße“ ist eine abgewandelte Idee aus diesem Blogeintrag. Ich habe wieder ein Stück gute Butter (diesmal irische) sehr langsam zerlaufen lassen und früh kleingehackten Estragon, ein paar Salbeiblättchen und eine Knoblauchzehe (feingehackt) hinzugegeben. Am Ende salzen. Das Ganze zog so lange, wie die Koteletts im Ofen waren vor sich hin, ohne zu kochen.

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Die Koteletts kann man noch leicht salzen, die Butter tut es aber auch. Im Endeffekt kann ich sagen, dass das nächste mal die Koteletts bei geringerer Temperatur und kürzer im Ofen bleiben. Der Effekt war bei 20 Minuten und 150 Grad nicht ganz der gewünschte.

Insgesamt aber ein ganz netter Herbsteinstieg und echt schnell gemacht 😉

Bon apetite!

Für alle, die nicht geordnet lesen können hier noch die Zutatenliste. Hoffentlich habe ich nichts vergessen:

auf drei Personen gerechnet
1/2 Hokkaido
1 Birne
5 Blätter Koriander
2 kleine Zwiebeln, besser Schalotten
2 Knoblauchzehen
60 gr. Roquefort
ein Schuss Bianco-Essig mild
9 Scheiben Baguette
Olivenöl, Pfeffer, Salz

für die Butter-Soße:
250 gr. sehr gute Butter
ein paar Zweige Estragon
4-5 Blätter Salbei
1 Knoblauchzehe
Salz

und natürlich Koteletts. Bitte nicht die Fleischindustrie unterstützten und billig im Supermarkt kaufen!

Schnitzel mit Nuss-Früchte-Käse-Panade

Nachdem mir die Convenience-Zeit und miserable Restaurants mit angeblich „gutbürgerlicher Küche“ (dieses Wort schon…) das plumpe Schnitzel vergraust haben, bin ich seit einigen Versuchen nun dabei ebendieses wiederzuentdecken. In Erinnerung sind mir recht ordentliche Schnitzel von zu Hause und furchtbare, pupstrockene Schuhsohlen aus der Schulküche, welche wir trotzdem kiloweise verdrückten. Dort gab es dann auch immer „Soße“ dazu. Es ist mir ein Rätsel wo diese braune bratensoßenähnliche Brühe herkam, denn Schnitzel lassen für gewöhnlich nicht soviel Saft, um Sößchen zu zaubern. Grundlage waren also diese drei wunderbaren Schmetterlinge: IMG_0329.JPG Glückliche Schweinchen aus Schleswig-Holstein, so hoffe ich doch. Diese wie üblich plättieren (das mache ich meist nicht so aggressiv, dass es rumst, weil ich sie nicht zu dünn mag). Die Teilchen werden gepfeffert und gesalzen und ersteinmal in normalem Mehl gewälzt. Dann eine Tour durch ein Eigemisch. Ich benutze seit einiger Zeit dafür 3 Eigelb und nur ein ganzes Ei plus ein bis zwei zwei Teelöffel Créme fraîche bzw. ein Schuss Sahne. Das macht die anschließende Panade tatsächlich weicher. Die Panade selbst bestand heute bei mir aus Haselnussraspeln, Sesamkernchen, Parmareggioraspeln, Semmelbrösel, ein paar Blätter frischen Salbei und kleingehackten Trockenobst (Aprikose und Feige). IMG_0325.JPG In der Pfanne zerlasse ich ein ordentliches Stück richtig guter Fassbutter (vom Bauern) und lasse die Schnitzel sehr langsam darin mehr backen als braten. Für das heutige Foto sind einige Stellen leider etwas dunkel geworden 😁 Rüge ist aber schon angekommen. Als Beilagen habe ich wunderbare, recht frisch geerntete Belana-Kartoffeln einfach nur gewaschen, gesechstelt, mit äußerst wenig Wasser vorgekocht und nach dem Ausdämpfen in einer Butter-Olivenöl-Mischung im Wok geschwenkt. Zum Ende noch Petersilie aus dem Garten darüber und fertig. Gut angekommen ist der schnelle, bunte Tomatensalat. Außer einer Gartenkräutermischung (Basilikum African Blue, wenig vietnamesischer Koriander, Estragon, etwas Salbei), einem Zwiebelchen, etwas Öl und Bianco-Essig war da aber nicht dran. Pfeffer & Salz halt. IMG_0324-0.JPG Insgesamt denke ich nicht, dass jemand heute eine Zutatenliste benötigt. Mir ging es eigentlich um das Schnitzel. Neue Panade und richtig gemacht, finde ich es richtig toll. Also: erst Mehlen, dann mit Eigelb überziehen und diesem Sahne unterrühren. Sehr langsam in ausreichend Fett ausbacken. Alles andere kann eigentlich variieren. IMG_0327-1.JPG Bon apetite!

Linsen-Eintopf mit Schwarzwurzel und Orange

Sooo, da ist es doch glatt ein Linseneintopf geworden. Nach dem es heute vormittag so richtig herbstlich fies draußen zu ging, konnte ich nicht anders und musste die Schmuddeljahreszeit auch in der Küche Einzug halten lassen.

Um es vorweg zu nehmen, die Chilischote tat dem Basis-Fond keinen Abbruch, er ist hervorragend gelungen. Irgendwann habe ich dann alles in einem feinen Sieb abgeseiht und 250 Gramm braune Pardina-Linsen so ca. 30 Minuten vorgekocht. Zwei Moormöhren, 5 feste kleine Kartoffeln und vielleicht 500 Gramm Schwarzwurzeln wurden lediglich 15 Minuten in einem dieser AMC-Töpfe ohne Wasser gegart. Zur DIN-Vorgabe: Möhren in Scheibchen, Kartoffeln gewürfelt und Schwarzwurzel in mundgerechte Abschnitte.
Irgendjemand hat in der Zwischenzeit sicherlich 100-150 Gramm Schinkenspeck gewürfelt und tat es mit drei mittelgroßen Zwiebeln ebenso. Beides nun so andünsten, dass der Speck nicht krustig wird. Die abgespülten und vorgekochten Linsen noch etwas mitdünsten und mit unserem Fond aufgießen. Auf kleiner Flamme die Linsen fertig garen und 10 Minuten vor Ende das Gemüse mit den Kartoffeln beimengen. Eine Hand voll braunen Zucker mit rein, umrühren und alles auf minimaler Flamme noch einmal 10-15 Minuten ziehen lassen. Während der letzten 5 Minuten eine Orange filetieren, deren Spalten halbieren und dem Eintopf unterheben.
Andere Gewürze erübrigen sich eigentlich, vor allem Salz. Durch den Fond und den Schinkenspeck sollte der Eintopf mehr als genug davon in sich tragen. Durch die Orange am Ende gebe ich dem Gericht die gewünschte Säure. Früher hat Oma immer eine echt pfeffrige Linsensuppe auf den Tisch gestellt und dann Essig und Zucker draufgegeben. Mit der Orange finde ich es milder, angenehmer und raffinierter.

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Hier noch die Zutatenliste für alle Nachkocher:

1-1,5 L Fond für kräftige Suppen mit etwas sanfter Schärfe
500 gr. Schwarzwurzel
2 große Moormöhren
5 kleine festkochende Kartoffeln
250 gr. Pardina-Linsen
100-150 gr. Schinkenspeck
3 mittelgroße Zwiebeln
eine Hand voll Rohrzucker
1 Orange, filetiert

Rumpsteak mit Kokos-Chilisoße und ordinären Rosmarin-Kartoffeln

Ach, der liebe Freitag! Einigermaßen schnell muss es gehen, etwas teurer darf es auch schon mal sein und Fleisch ist fast ein Muss. Irgendwie habe ich mich darauf eingeschossen freitags eine kleine Kuh zu erlegen und in den Ofen zu geben. So sind es auch heute wieder zwei supersaftige und äußerst kräftige Rumpsteaks vom Bioversender unseres Vertrauens geworden.

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Ansonsten habe ich leider nicht weiter eingekauft, das ist morgen dran. Aber das Regal gab noch eine Dose Kokosmilch her und ein paar Chilischoten lagen auch noch herum. Also mal eine Kombi wagen und ähnlich wie man in der französischen Küche gern Sahne mit anderem Zeug einkocht, dass ganze einfach mal mit Kokosmilch probieren:

Fangen wir an: zwei mittelgroße Zwiebeln und die Knoblauchzehe erst einmal möglichst klein hacken und in etwas Ghee glasig dünsten. In der Zwischenzeit die Chilischoten in sehr feine Streifen schneiden und hinzugeben. Ich nehme eine, die Harten können es ja mit zwei probieren. Gießt nun die Kokosmilch hinein und stellt nach erstem Aufkochen die Flamme so klein dass es gerade noch so blubbert. Das Ganze sollte in locker 30 Minuten ganz ordentlich eingekocht werden. Wie lange nun wirklich müsst ihr selber sehen. Die Soße sollte zur Weiterverarbeitung eine sehr cremige Konsistenz bekommen. Auf halber Strecke würde ich immer mal wieder etwas vorsichtig mit der Mühle salzen und nachschmecken. Zu viel Salz wäre nicht gut, weil das Ganze am Ende noch süß werden soll.

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Für die Steaks würde ich schon einmal den Ofen auf Ober- und Unterhitze vorheizen. Er braucht aber lediglich 70-80 Grad. Wenn wir schon einmal dabei sind: den mächtigen Fettkanten mehrmals sauber einschneiden, damit sich die kleine Kuh nicht zu unansehnlichen Schüsseln verformt. Die gewürzte Kokosmilch nicht vergessen 😉 die muss auch öfter einmal umgerührt werden.

Eine hübsche geriffelte Pfanne vorheizen oder je nach Jahreszeit (oder für die echt Harten unter uns auch zu jeder Jahreszeit) den Holzkohlegrill beschäftigen und die Steaks in einer Mischung aus Ghee und etwas feinem Olivenöl kräftig anbraten (auf dem Grill bitte kein Ghee oder Öl :D). Legt am besten die fetten Seiten nach innen, weil dort bei mittelmäßigen Pfannen die größte Hitze ist und sie am besten ausbraten.

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Ach ja, und wagt es euch nicht, für dieses noble Stück Rind im Vorfeld Pfeffer oder Salz zu verwenden! Das kommt bestenfalls nach dem Anbraten (jede Seite vielleicht 2 Minuten) darauf! Im Ofen habt ihr hoffentlich eine Schale, Auflaufform, was auch immer mit reingestellt ;), denn da kommen jetzt die beiden Scheibchen hinein und verweilen für eine gute halbe Stunde im Ofen.

Macht euch jetzt schnellstens an die Kartoffeln. Ich wasche sie nur ordentlich und achtele sie längst. Die werden dann erst etwas schärfer, dann langsamer gebraten. Gemeinsam mit den Rosmarinzweigchen. Erst wenn ihr der Meinung seit, dass die Schiffchen genug gebrutzelt haben kommen die gewürfelten bunten Tomaten hinzu und schmörgeln noch ein paar Minuten mit (bei wieder höherer Hitze). Aber denkt dran, dass ich keine Tomatensoße um die Kartoffeln möchte. Sie sollten noch gut in Form bleiben. Gegen Ende Pfeffer und Salz sollte klar sein.
Kontrolliere: Hat das Sößchen so langsam Farbe bekommen? Dann ziehen wir jetzt – je nach Geschmack – ein bis zwei Esslöffel Marmelade darunter.
Ich habe immer irgendeine Geschmacksrichtung aus dem Garten im Kühlschrank. Heute wird es wohl die „Weiße Johannisbeere“. Alternativ könnte ich mir aber auch Orangenmarmelade (mit etwas geriebener Schale) oder auch einfach nur ein Schuss Ahornsirup vorstellen. Genug geträumt, ich habe „Weiße Johannisbeere“ …
Da war doch noch was auf der Liste … ach ja, Koriander. Ich habe vietnamesischen im Garten. Der ist nicht so seifig, wie der bei uns bekannte, sollte aber trotzdem sparsam eingesetzt werden. Ich denke, fünf Blättchen genügen. Aber bitte gegen Ende, denn Kräuter kochen sich auf Dauer tot und schön grün werden sie auch nicht mehr aussehen.
Und wenn jetzt alles gut gelaufen ist, sollten die Kartoffeln knackig, das Steak einigermaßen blutig und die Soße schön scharf sein.

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Hmm … Nachtisch, Nachtisch, Nachtisch … Eis hab ich keins, bin auch eigentlich kein Fan von Nachtischen …. Daher:

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Bis demnächst zum nächsten Bruzzeln …

Für Nachkocher ’ne Liste:

2 Rumpsteaks 4cm dick
eine gelbe und eine gescheckte Tomate (irgendwas Buntes, nicht standardisiert Rotes)
4-5 kleine, neue Kartoffeln (z.B. Belana, besser: Moor-Linda)
2-3 Rosmarinzweige
400 ml Kokosmilch (mangels Kokosnüssen auch aus der Dose)
1 Chilischote, die harten nehmen von mir aus auch zwei … ohne zu meckern
1-2 Esslöffel Marmelade, qualitativ hochwertig … wer Schrutz nimmt ist selber Schuld
2-3 Rosmarinzweige
und … ach ja …

5 Blätter vietnamesischer Koriander

naja, bissl Pfeffer & Salz versteht sich