Bierkuchenhatz

Laufstreß in kleiner Wohnung. Jeder braucht sein Recht und selbst möchte man gern noch das belgische Trappistenbier abfüllen. Einkauf: aus irgendwelchen Gründen äußerst knapp geraten. Frau krank. Liegt schon den ganzen Tag und schlürft Tee. Sohn schreibt drei Tests und wünscht lieber Sechsen, als auf Unravel zu verzichten. Die (Groß)Eltern bereits mit virtuellem Besuch beglückt. Wer oder Was (wurde) bereits beglückt? Kasus: Nominativ. 

Der nicht schmächtig gebaute Sohn ruft nach einem wirklich oppulenten Frühstück tatsächlich pünktlich 12:30: Was gibt es eigentlich zu Mittag? … Ein Blick in den Kühlschank verrät: auf jeden Fall nichts Geplantes. Knapp einkaufen, um Ressourcen zu sparen ist also auch keine Lösung. Zumindest wird nichts weggeworfen. Scheibe Toast mit Geflügelsalat? Das vom Frühstück? Die Schreie werden lauter, die Not größer. Treberreste werden aufgetaut und mit Mehl +Öl und Wasser vermengt, bis der Teig an etwas pizzaähnliches erinnert. Ein angerissener Becher Créme fraîche mit etwas Milch vermengt. Die letzten beiden roten Zwiebeln geben halbe Ringe her. Eine Handvoll Schinkenwürfel – alles drauf und gut verteilen.

Ach hier hat er sich versteckt, der alte Camembert – leicht vertrocknet, aber noch von gesunder Farbe. Drübergebröselt. Hier und da ein paar Kräuterkrümel gefunden. Ofen. Ich schaue in 20 Minuten mal nach. Wer oder Was schaut in 20 Minuten mal nach?


Die 250°C taten das Ihre. Der Bierflammkuchen ist fertig und die Hatz hat ein Ende. Auf die Frage: Ist das Pizza? murre ich verärgert: Ja.

Veganes Japan

Vor einiger Zeit durften wir gemeinsam (mit 50 anderen Individualisten) eine Konzertreise nach Japan unternehmen. Während die meisten Mitreisenden den doch recht großen kulinarischen Kulturschock verkraften mussten, fühlte ich mich mit dem fernöstlichen Essen doch recht wohl. Der Verzicht auf große Fleischmassen beeindruckte mich dabei am stärksten. Es gab zwar auch einmal ein Flanksteak mit teriyaki-ähnlicher Sauce und in den täglichen Bento-Boxen lagen schon mal ummantelte Hähnchenteilchen. Aber die aus deutschen Landen bekannten Berge von Wurst und Fleisch findet man dort nicht.

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Glücklicherweise waren wir nicht in einem internationalem Hotel untergebracht, sondern es sorgte sich rührend eine japanische Organisation um unser Wohl, ohne jedoch auf mitteleuropäische Magenbefindlichkeiten zu achten. So bekam man zum Frühstück auch eine Art vergorene, schleimige Sojabohnen, welche ich dann nach erstmaliger Probe doch in den folgenden Tagen mied. Auf jedem Fall immer mit von der Partie waren Reis und SOJASOßE. Wollte es der Zufall oder der Wille der gastgebenden Japaner, dass des Landes berühmteste Sojasoßenfabrik nur 20 Minuten von unserem Aufenthaltsort entfernt war.

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Jedenfalls durften wir uns nach 30 schlaflosen Stunden und 13 Stunden Flug dieses Nationalheiligtum während einer ausgiebigen Führung verinnerlichen, bevor an ein Bett zu denken war. Der Geruch ist denen der hiesigen Brauereien nicht unähnlich – fängt doch die Produktion der schwarzen oder auch hellen Würzsoße in etwa so an wie das →Bierbrauen. Der Hopfen wird quasi durch Soja ersetzt und gleich mitvergoren … einmal sehr einfach heruntergebrochen. Der tatsächliche Prozess findet sich für interessierte Leser sicher bei →Wikipedia.

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Trotz des Überangebotes an Reis und Soja, fand ich die meisten anderen Speisen durchaus essbar und oft auch ausgesprochen lecker. Selbst die eigene Art Fisch zuzubereiten begeisterte mich. Wir hatten an einem Abend zwar auch Sashimi (roher, ungewürzter Fisch in mundgerechten Häppchen) bekommen, auf der Straße findet man aber häufig an statt Würstchenbuden so etwas:

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Durchaus lecker, so wie auch die allgegenwärtigen Miso-Suppen, welche man zu jeder Mahlzeit (auch zum Frühstück) bekommt.

MISO ist eine helle oder dunkle Würzpaste, welche traditionell aus gedämpften Sojabohnen und – je nach Rezept – verschiedenen Getreiden, wie Reis oder Gerste, vergoren wird. Weil der Prozess sehr lange dauert, greifen auch die Japaner zu fertiger Miso-Paste, welche es in verschiedenen Qualitäten zu kaufen gibt. Von recht natürlich und biologisch gehaltenen, bis hin zu gar nicht mehr so veganen und mit allerlei künstlichen Aromen versetzten Pasten, ist alles dabei.

Schon länger wollte ich diese klare Gemüse-Soja-Brühe noch einmal nachkochen, bis der örtliche Bioladen plötzlich tatsächlich ein paar japanische Lebensmittel im Programm hatte. Schon einmal im Vorfeld an alle, die es besser wissen: Ja, in japanischer Miso sind Algen. Ja, oft findet man Tofustückchen drin. Ich beschränke mich darauf vegan zu arbeiten, um die Grundidee nicht zu zerstören und verbinde meine Miso mit – in Deutschland – auf einfachste Weise zu ergatternde Nahrungsmittel.

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So habe ich in mundgerechte Stückchen geschnitten:

  • drei kleine Möhrchen
  • zwei dünne Lauchstangen
  • drei braune Champinions
  • ca. 100 gr. Bambus in Streifen aus dem Glas

Meine Wahl der Würzpaste fiel auf Mugi-Miso, eine dunkle Miso-Paste. Außerdem brauchen wir noch Sojasoße, welche nicht von Kikkoman sein muss ;-).

In ganz wenig Öl (auch das ist nicht die „reine Lehre“) dünste ich zuerst die Möhren an, dann kommen die Pilze hinzu und erst zum Schluss der Lauch. Im Prinzip ist es völlig egal was der geneigte Neu-Japaner an Gemüse hinzufügt, solange es nicht zu viel ist. Am Ende soll eine recht klare Brühe entstehen mit einigen wenigen „greifbaren“ Teilchen darin. Also tauscht fleißig gegen Shiitake, Tofu und Algenblätter aus.

Ich selbst habe noch im knackigen Gemüsezustand mit Sojasoße abgelöscht, weil meine letzte Miso auch nach mehrmaligem Nachdrücken aus der Pasten-Packung, nicht den erhofften Geschmack annahm. Jetzt mit Wasser auffüllen und zum Kochen bringen. Die Japanischen Nudeln, welche nun hinzugefügt werden, gibt es bei uns in verschiedenen Arten zu kaufen:

  • RAMEN (ラーメン): getrocknet, in 4 Minuten meist fertig
  • UDON (うどん): getrocknet, in ca. 10 Minuten fertig
  • UDON: vorgegart, in 2-3 Minuten fertig

… und natürlich noch viele andere. Die meisten Japaner und auch die „Imbissbuden“ dort, benutzen dicke, vorgegarte UDON, welche auch schonmal kalt und nur mit Sojasoße gegessen werden.

Getrocknete UDON würde ich in jedem Fall die 10 Minuten separat und ohne Salz vorkochen. Die anderen beiden Versionen kann man getrost jetzt mit in das kochende Wasser hinzugeben. Ich habe die 4-Min-Ramen von Hakubaku genommen (ja, die kommen aus Australien). Durch das leichte dünsten und die 4-minütige Garzeit dürfte auch das Gemüse ordentlich bissfest, aber nicht mehr zu roh sein. Jetzt nur noch die Miso-Paste einrühren und fertig. Die Suppe darf allerdings ab „Einrühren“ nicht mehr kochen. Die Menge ist wirklich vom Geschmack abhängig. Probiert immer mal zwischendurch. Hier möchte ich keine Empfehlung geben.

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Die Japaner essen die Suppe tatsächlich mit Stäbchen. Nudeln uns Gemüse wird damit mehr oder weniger galant herausgefischt, der Rest direkt aus der Schale geschlürft.

Bon appétit

Postscriptum: Als wir einmal japanische Gäste als quasi Gegenbesuch betreuen durften, fragten wir am Ende des Aufenthalts, nach was sie sich zu Hause am meisten sehnen: Einhellige Antwort: „Nach unserem Essen“. Dabei waren wir extra mit ihnen in einem Fischrestaurant …

HelloFreshes Essen!

Ich erinnere mich noch gern an meinen Beitrag zur Firma „Topfhelden“, welche einkaufsunwillige Mitbürger oder sehr ländliche Planetenbewohner wöchentlich mit passgenauen Zutaten, nebst Rezepten versorgte. Leider schien das Konzept der Erfurter Firma nicht ganz aufzugehen. Sie haben inzwischen den regulären Geschäftsbetrieb eingestellt, was ganz sicher nicht an meinen Kritikpunkten gelegen hat, denn so viele Leser habe ich nun doch wieder nicht auf meinem kleinen, bescheidenen Blog 😉 .

Nichtsdestotrotz schiessen ganz ähnlich konfektionierte Firmen wie Pilze aus dem Boden, so auch die um einiges größer angelegten Päckchenpacker von HelloFresh!

Diese international angelegte Aktiengesellschaft operiert nicht nur in Deutschland mit Sitz in Berlin, sondern auch in den Niederlanden, USA und selbst Australien. So kann man die Benutzerführung der Website, wie auch das Komplettpaket der medialen Aufmachung als äußerst professionell bezeichnen. Ziel der Unternehmung ist es, auch in diesem Fall dem Kunden den Einkauf abzunehmen und Rezepte mit sauberen Anleitungen zu liefern, welche allesamt in unter 30 Minuten realisierbar sein sollen. Ganz ähnlich den Mitbewerbern und den dahingeschiedenen Topfhelden, bietet HelloFresh verschiedene Kochboxen an, welche sich in Inhalt und Mengenangaben unterscheiden.

So gibt es die Classic-Box mit wechselnden vegetarischen, wie auch nichtvegetarischen Lebensmitteln, in der einfachsten Version drei Mahlzeiten für zwei Personen zu gut 40€. Über die Steigerung bis hin zu fünf Mahlzeiten für vier Personen kann der geneigte Kunde dann auch gern 90€ pro Woche für das leibliche Wohl seiner Familie oder Wohngemeinschaft investieren.

Die ebenfalls angebotene „Veggie-Box“ gibt es zu gleichen Konditionen, enthält aber kein Fleisch oder Fisch. Rein vegan ist sie nicht, Milch und Käse sind in den Rezepten zu verarbeiten. Zu guter Letzt bietet der Großlieferant noch eine Obstkiste zu 15€ an, welche ich aber in Qualität und Umfang nicht getestet habe. Fleisch ist mein Gemüse.

Der Bericht ist sicher nicht ganz gerecht, denn ich bin leidenschaftlicher Hobbykoch und in der Küche über die Jahre auch einigermaßen flink zu Gange (auch wenn der Name anderes verrät). Im Laufe der Zeit hat sich auch einiges an Lebensmittelkunde und Kochtechnik angesammelt, so dass ich einfache Rezepte nur überfliegen brauche, um den Kern zu entdecken. Bei HelloFresh habe ich mich daher einmal etwas uninteressierter, aber durchaus ambitioniert gestellt (völlig kochunwillige bestellen auch keine Kochboxen, sondern freuen sich über das nächste Lidl-TK-Ofengericht)  und mich in die vermeintliche Zielgruppe eingereiht. Doch kommen wir erst einmal zu den werbeträchtigen Punkten, warum man laut HelloFresh ihr Unternehmen für seine Küchenausflüge wählen sollte:

  • kein selbstständiges Einkaufen, damit kein Nachdenken über eine Einkaufsliste oder gar der Rezeptplanung
  • kleine Portionierungen, dadurch keine überflüssigen Nahrungsmittel, welche dann schlecht werden
  • ständig frische Produkte, möglichst kein TK
  • Zeitersparnis
  • Ideenlieferant
  • ausgewogene Ernährung

Auf zur Realität. An einem Freitag Mittag kommt, nicht ganz pünktlich, der UPS-Mann und bringt mir eine echt große Kiste vorbei.

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HelloFresh-Lieferung

Auf den ersten Blick alles ordentlich sortiert und sauber verpackt. Alle Zutaten sind vorhanden. Lediglich Créme fraiche wurde gegen Schmand ausgetauscht. Ein Entschuldigungszettel versprach, dass Schwand eh besser für die Linie sei. Ich habe noch etwas fette, freche Creme im Kühlschrank, so beschäftigt mich das nicht weiter. Die meisten Zutaten machen tatsächlich einen ordentlichen Eindruck. Leider gab es beim Gemüse einige qualitative Einbußen und die Kartoffeln haben die Reise oder den HelloFresh-Lagerraum nicht so gut verkraftet:

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… die möchte niemand mehr essen.

Diese Knollen habe ich mir dann doch nicht angetan und bin noch einmal zum Gemüsehändler gelaufen.

Die beiliegenden Rezepte-Karten in A5 sind sehr professionell gestaltet und bieten neben der Schritt-für-Schritt-Anleitung auch Tipps und Informationen zu verschiedenen Lebensmitteln.

Alles was gekühlt bleiben muss wird in einer Dämmwolle im Plastiksack geliefert. Insgesamt hatte ich nach dem Auspacken eine ordentliche Portion Müll, wobei das meiste gut recyclebares Papier war. HelloFresh bietet an, den angefallenen Müll (vor allem die Dämmwolle) nach fünf Lieferungen in eine der großen Pappkisten zu verstauen und kostenfrei an das Unternehmen zurückzusenden. Die anderen vier Kisten gehen nach einmaliger Verwendung in die blaue Tonne oder der Empfänger findet eine anderweitige Verwendung. Umweltschutz geht anders. Der Kompromiss ist aber irgendwo zwischen Kosten und Nutzen angesiedelt und der gute Wille vorhanden. Ein bewusster Einkäufer wird in Eigeninitiative aber deutlich weniger Müll produzieren für drei Essen á zwei Personen.

Als Testessen habe ich Schweinelachsstreifen in cremiger Lauch-Paprika-Soße mit Basmatireis ausgewählt.

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Wie auch die beiden anderen Gerichte läßt sich dieses in 30 Minuten daherzaubern. Im Gegensatz zu den Topfhelden-Rezepten habe ich hier diese Zeit auch tatsächlich benötigt. Alle drei Rezepte waren übrigens durchaus in sich schlüssig. Das Gemüse lag einzeln und in entsprechender Menge bei, das Fleisch war eingeschweißt, der Reis portioniert und die Gewürze gab es in kleinen Extratütchen. HelloFresh erwartet vom Kunden noch Salz, Pfeffer, Rinderbrühe, Olivenöl, Butter und Weißwein im Hause zu haben.

Das Rezept selbst ist, wie auch die anderen, nicht erwähnenswert. Es handelt sich um ein schnelles Schweinegeschnetzeltes mit asiatisch angehauchtem Gemüse in (durch die freche Creme) sahniger Soße. Reis wird gekocht wie üblich.

Schweinelachs hätte ich selbst dafür jetzt nicht genommen. Es wird mir zu trocken, sobald man die Streifen der Soße wieder hinzufügt. Aber ansonsten entsprach das Essen ganz und gar meinen Erwartungen:

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Fazit

Wie auch schon die Topfhelden, so können mich auch die Lieferanten von HelloFresh nicht überzeugen. Der Müll ist mir zu viel, die Rezepte zu uninteressant und eine wirkliche Zeitersparnis konnte ich nach allen Tätigkeiten (inkl. dem Auspacken und Entsorgen der Kisten) kaum feststellen. Hätte ich öfter einen Qualitäts-Fauxpas wie mit den Kartoffeln, wäre HelloFresh für mich sogar recht ärgerlich geworden. Doch kann ich dem Unternehmen dies mangels Langzeittest nicht unterstellen. Mit ein wenig küchentechnischer Kenntnis, einem mittleren Rezept-Repertoire und dem Willen gezielt und bewusst einzukaufen, lässt sich deutlich Geld sparen, Müll vermeiden und man bekommt auf den Teller, wonach einem gerade ist.

Trotzdem denke ich, dass HelloFresh seine Kunden finden wird. Die Präsentation ist gut und schlüssig; das Konzept griffig. Den Preis finde ich zu hoch. Ob ein Unternehmen wie HelloFresh auch in Zeiten nach dem großen westlichen Koch-Hype überlebt, wird sich zeigen. Wer ohnehin gerne kocht, kauft auch gern ein und wählt Rezepte selbst … und braucht eigentlich keine Kochboxen.

Trotzdem Bon Appetite!

Topfhelden.de im Test

Die neuen Lieferhelden liefern nicht mehr nur fertige, fettige Pizza, Gyros oder sonstigen Schnellkram. Nein, es gibt seit einiger Zeit Firmen, die sich darauf spezialisiert haben, die rohen Produkte zum Selberkochen zu liefern. Nun mag man meinen, Einkaufen kann ich auch selbst. Doch diese Firmen gehen einige Schritte weiter. Die Idee ist ganz klar: das eigenständige Kochen dem Kunden zu überlassen und mit dem Lieferservice für die Idee und die Materialien zu sorgen. Ob das Konzept im Alltag aufgeht und wie sinnvoll ich den Service finde, bat mich eine dieser Firmen zu testen: topfhelden.de

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Das Grundkonzept ist einfach und schnell erklärt: die Erfurter Topfhelden packen entweder eine Kleine Heldenbox mit 2 Gerichten pro Woche oder eine Originale Heldenbox mit 3 Gerichten pro Woche. Wahlweise für 2-3 oder 4-5 Personen. Man wählt über eine einfache Rück-Email aus 5 Gerichten aus. Das ganze wird dann jede Woche auf Wunschtermin geliefert, quasi als Abo. Allerdings mit der Fairness, jeder Zeit kündigen zu können oder einmal auszusetzen. Auch Einzellieferungen sind möglich.

Alle Zutaten inklusive seltenerer Gewürze, wie Kreuzkümmel oder Cayenne werden einzeln verpackt und abgewogen in eine Kühlbox gelegt und gemeinsam mit den entsprechenden Rezeptkarten in einer Kiste versandt. Standards wie Salz, Öl, Pfeffer etc. setzt topfhelden.de voraus. Die Erfurter Internet-Firma war so frei mir eine Kleine Heldenbox mit zwei Mahlzeiten für 2-3 Personen zukommen zu lassen. 2015/01/img_0632.jpg Ich bekam also die Idee für einmal Hähnchenbrust mit Salsa und Ciabattabrot und einen Marokkanischen Gemüsetopf mit Baguette nebst aller Zutaten und einer praktischen Schritt-für-Schritt-Anleitung. Die Mahlzeiten habe ich schön in die Woche gelegt, da wo man auch schon mal gestresst halb neun von Arbeit kommt und für eine Lammkeule keine Zeit und Geduld da ist. Ein Lieferservice fällt aus und immer Brotscheiben mit was drauf ist auf Dauer ermüdend für Zunge und Geist. Also erst einmal fein alle Zutaten der Box auseinanderdividiert und die Ingredienzien für das heutige Hähnchenbrustfilet mit Salsa und Ciabatta zusammengebracht. 2015/01/img_0633.jpg Dabei hilft die hervorragend sicher gestaltete Rezeptekarte. Alle Gerichte sind vom Kochaufwand her einfach und in unter 30 Minuten auf dem Teller. Für den Test bin ich einfach mal stur nach Anleitung gegangen. So, als ob Kochen für mich zwar nicht unbekannt, aber dennoch nicht alltäglich ist. In Kurz: Ich sollte Hähnchenbrustfilet mit einem Honig-Öl-Gemisch marinieren, anbraten und im Ofen fertig garen. Dazu aus Paprika, Avocado, Zwiebeln und Limette eine feingewürfelte Salsa zubereiten und ein in Folie eingeschweißtes Ciabatta im Ofen zu Ende backen. Zum Ciabatta sage ich nichts, weil auch mir klar ist, dass man kein frisches Brot zwei Tage lang der DHL anvertraut. Daher ist dies‘ sicher die einzig brauchbare Lösung für ein kleines, schnelles 30-Minuten-Mahl. Schön: Die Anleitung ist äußerst präzise durchdacht und selbst auf korrektes Timing abgestimmt. Auch Wenig-Köche sollten damit gut klarkommen, wenn sie Garpunkte so in etwa am Produkt erkennen können.

Allerdings ist vom kochhandwerklichen in meinem Rezept ein kleiner Fehler drin, welchen ich dann absichtlich auch so durchgeführt habe: Gibt man Honig direkt mit Öl in eine heiße Pfanne (wie im Rezept gefordert), dann wird dieses Gemisch binnen Sekunden zu Kohle. Mit „3 Minuten bei starker bis mittlerer Hitze“ anbraten, ist es also leider nicht getan. Ein allgemein bekanntes Problem, welches bei ansonsten gut durchdachten Rezepten nicht vorkommen sollte. Richtig wäre hier entweder ein vorsichtiges Andünsten nebst längerem Backvorgang oder ohne Honig anbraten und erst für den Ofen den Honig auftragen.

Ohne diesen kochtechnischen Fauxpas bekommt der Kunde ein nettes schnelles Gericht mit einer sehr interessanten Salsa-Idee. Die Zutaten passten allesamt so wie vorgesehen, es wurde nichts weggeworfen und die Portionen waren in der Tat ausreichend für 2-3 Portionen. 2015/01/img_0634.jpg Am nächsten Tag kam etwas Veganes an die Reihe. Marokkanischer Gemüsetopf. Klingt äußerst interessant und wurde auch sehr interessant. Kleingeschnittener Broccoli, Staudensellerie, eine Dose gehackte Tomaten, sowie eine Dose Kichererbsen gut mischen, die Tütchen mit Kreuzkümmel und Paprikapulver (war dabei und wurde nicht vorausgesetzt) und den Saft einer Zitrone dazu. Mischen, zwanzig Minuten köcheln, fertig. Zum Ende die mitgelieferten FRISCHEN Minzblätter unterheben und mit Pfeffer und Salz abschmecken. Super. Und das Gute: man muss nicht mal dauernd daneben stehen. Der reine Arbeitsaufwand ist wirklich in 5-10 Minuten erledigt. Das dazugehörige Baguette kam wieder zum Aufbacken in Folie geliefert. 2015/01/img_0636.jpg Dieses raffinierte Super-Schnell-Rezept habe ich auch gleich in meine Favoriten-Datenbank aufgenommen. Wunderbar.

Alle Zutaten kamen (mit Ausnahme des Brotes, versteht sich) tatsächlich frisch und in hervorragender Qualität bei mir an. Die Avocado war auf den Punkt reif und viele Produkte wurden in Bio-Qualität geliefert. Der Einpackaufwand mit Blick auf das Material hielt sich in Grenzen. Der Mülleimer dankt es.

Zu guter Letzt

Zu Hause geblieben ist bei mir leider ein leere Heldenbox aus Styropor nebst einiger Kühlpäckchen und einer mittelgroßen Pappkiste. Auf der Internetseite gibt es auch keinen Hinweis, was damit geschehen soll. Ein wöchentlicher Austausch, so wie bei myTime.de beschrieben wäre hier sehr angebracht – ist doch der verpackungstechnische Aufwand nicht unerheblich.

Während des zweiten Mahls ging uns beiden der Preis durch den Kopf. Was wird so eine Heldenbox wohl kosten? Fassen wir einmal zusammen:

  • Ich muss mir keine Gedanken um das Rezept machen.
  • Ich muss nicht nach kleinen Mengen den Supermarkt durchforsten und am Ende doch die Hälfte vergessen.
  • Ich werfe anschließend nichts weg.
  • Ich hatte also den Aufwand: Auspacken und Zubereiten. Wobei das Selbstzubereiten Teil des Konzepts ist und keine reine Abgabe von Serviceleistungen an den Kunden.

Wir kamen der tatsächlichen Zahl recht nahe, erreichten sie aber nicht ganz 😉. Topfhelden.de kassiert 29€ für so eine kleine Heldenbox ab und liegt dabei mit einem durchschnittlichen Preis von ca. 5€-7,50€ pro Gericht (je nach Anzahl der Esser) ganz gut im Rennen denke ich. Nimmt man die Dreier-Box für 4-5 Personen zu 59€ senken sich die Pro-Nase-Kosten auf unter 4€.

Fazit für mich: Für Leute die gern abwechslungsreich und ausgewogen essen und dazu noch gern selbst kochen, den Aufwand des Einkaufs und der Rezeptsuche aber scheuen, werden bei Topfhelden.de bestens bedient. Meine Wenigkeit geht ganz gern einkaufen und hat den Dreh dabei raus, nichts wegzuwerfen. Rezepte habe ich auch ausreichend im Repertoire. Aber ich halte mir die Topfhelden im Hinterköpfchen vor für wirklich fiese Wochen, in denen aber trotzdem gut gegessen werden soll. Denn wer weiß schon, was morgen so alles passiert 😉 ….

Update 12.03.2015:

Die Erfurter Firma hat jetzt eine Rabatt-Aktion für Neukunden. Unter dem Link www.topfhelden.de/rabatt/ können Neukunden exklusiv die Original Heldenboxen mit einem Rabatt von 10€ bestellen. Die Aktion startet ab sofort und läuft bis zum 30. April 2015.

Weiter geht’s …. mit Garnelen-Curry & Liefer-Test „myTime.de“

So, da wär‘ ich wieder, meine lieben Leser. Ich habe jetzt nur noch 30 Zähne. Zwei meiner Weisheiten wurden mir recht unappetitlich genommen, aber der Mythos darum ist größer und schlimmer als am Ende die nackte Realität. Weil ich aber dennoch keine große Lust verspürte größere Gänge zum Markt zu unternehmen oder auf die Gefahr hin, nicht kauen zu können, für teuer Geld unseren Bio-Onkel zu bemühen, bin ich diesmal im Internet fündig geworden. Genauer gesagt im App Store von 🍏, welchen ich endlich mal wieder mit dem Kühlakku an der Wange in aller Ruhe durchstöbern konnte.
So bin ich auf myTime.de gestoßen. Ein Unternehmen der Bünting-Gruppe aus Ostfriesland (der bekannte Tee, famila-Warenhäuser), dass sich ganz dem eCommerce verschrieben hat und nun Lebensmittel-Waren des täglichen Bedarfs direkt aus (dem wohl eigenem) Großhandel über eine Internetplattform der Liga Web2.0 feilbietet.
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Über eine wohlaufgeräumte und gut zu bedienende Internetseite klickt man sich nicht durch die Regale, sondern durch Menüs und Untermenüs. Im Prinzip alles wie im Supermarkt. Es gibt abgepackte Sachen und Frischetheken. Ich wählte eine Mischung daraus. Den Liefertermin bestimmt man selbst. Eine Lieferung am nächsten Werktag ist möglich, wenn man vormittags bestellt. Im Prinzip geht das alles auch während der Fahrt mit der Straßenbahn – eine entsprechende App gibt es im App-Store. Ich werde diese aber nicht besprechen. Nur soviel: Es ist eine ordentliche App.
Über DHL Express verspricht myTime.de eine versandkostenfreie Lieferung ab 65€ Warenwert zwischen 7 und 12 Uhr. Ab 25€ senken sich die Versandkosten immerhin von 5 auf 3 Euro. Mein Paket war dann endlich um 12:40 Uhr da, nachdem ich bereits fleißig

1 Glas Geflügelfond
1 Büchse Kokosmilch
sowie 2 Dosen gehackte Tomaten ohne alles

eine halbe Stunde lang gemeinsam auf kleiner Flamme reduziert habe – unter gelegentlichem Rühren.

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Na dann mal auspacken:
Tiefgekühltes und Frischeware wird in einer Styroporbox geliefert. Alles andere ist (alles extra) in Wellpappe gewickelt. Gemüse oder anderes, das nicht gedrückt werden darf, liegt in Bläschen-Plastik. Ein Haufen Müll … aber dazu kommt später noch etwas.

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Mit dem Auspacken muss ich mich etwas eilen, denn dringend gehören

3 Zwiebeln kleingehackt

in meinen Wok, welcher anschließend noch auf

eine gewürfelte gelbe Paprikaschote und
eine grüne Chili wartet.

Alles gut durchschwenken und eine grobe Currygewürzmischung zermörsert beigeben. Ich habe da eine echt feine in meinem diesjährigen Adventskalender gefunden 😉. Jetzt noch kleine halbierte oder geviertelte Tomaten beimengen und weitere 3 Minuten schwenken. Alles raus in eine Schüssel. Zwei kleingehackte Knoblauchzehen gemeinsam mit den Garnelen (sind gerade mit dem Paket gekommen) im ausgekratzten Wok ggf. mit etwas Öl drei Minuten sehr heiß durchschwenken und mit Sojasoße ablöschen. Auf das Öl kann aber auch verzichtet werden. Das Gemüse wieder hinzugeben und vermengen.

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Nun die cremig gekochte Soße übergießen und etwas Limettenschale hineinraspeln. Einmal umrühren … fertig. Die Tomaten sollten noch ihre Form haben. Die Paprika ist hoffentlich leicht gebräunt. Die Curry-Gewürze sollte auch erst angeschwenkt sein, um das Aroma voll zu entfalten. Ein einfacher Basmati-Reis genügt dazu.

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Während des Essens (wunderbarer Genitiv für bestimmte Leser 😉) kam uns die Idee: ein Glas Fischfond dazu plus eventuell ein Schuss Weißer … schöne Krabbensuppe.

Aber zurück zu myTime.de. Die Waren kamen allesamt in gutem Zustand geliefert. Die Preise orientieren sich in etwa am gehobenen Edeka-Niveau.
Zu erwähnen wäre in jedem Fall noch der Kühlaufschlag von 5€, sowie das Kühlboxpfand von ebenfalls 5€. Pfand bekommt man natürlich wieder, sonst wäre es ja kein Pfand. Der Kühlungsaufschlag lässt sich bis auf Null reduzieren, je nach Füllmenge der Box. Ich habe es laut Rechnung auf um die 20% gebracht, was die Kosten auf etwas über 3€ senkte. Merkwürdig stimmte mich, dass die standardgroße Box aber locker zu 70% gefüllt war. Aber immerhin. Ich hatte Gesamtlieferkosten von 3€.
Der Verpackungsmüll wird wie folgt entsorgt: Im Paket befindet sich ein DHL-Aufkleber, selbstredend bereits korrekt beschriftet. Der kommt über den alten Aufkleber. Ein Zettel zum ankreuzen, was so alles an Pfandgut in der Kiste liegt, wird dazugelegt. Das Pfandgut, zu welchem auch die Styroporbox gehört, wird natürlich auch in die Kiste gegeben. Wieder zugeklebt, übergibt man dies nun dem nächstbesten DHL-Fahrer oder wartete auf seine nächste Lieferung und tauscht die Pakete einfach aus. Über myTime.de und auch die Mobil-App lässt sich ein Abholtermin festlegen.
Der MÜLL kommt tatsächlich auch mit in die Kiste und wird laut myTime’s eigener Aussage artgerecht entsorgt, bzw. wiederverwertet.
Zu erstattendes Geld verrechnet sich entweder mit der nächsten Rechnung oder kann auch aufs Konto überwiesen werden.
Für Bürger, welche sich mit dem Prozedere eventuell etwas schwer tun, liegt ein übergroßes Plakat bei, welches mit hübschen Piktogrammen alles noch einmal im Uhrzeigersinn erklärt.

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Alles in allem halte ich myTime.de für einen wohl durchdachten und sehr stimmigen Dienst. Wohnt man nicht gerade in Berlin, wo es solche Lieferdienste lokal zu Hauf gibt, sondern wie wir, in der Pampa, kann so ein Lieferdienst gelegentlich guten Mehrwert bedeuten. Und mal ehrlich: Ob nun jeder mit seinem Auto 10 km zum nächsten, größeren Markt (ich meine jetzt nicht die Dorf-Pennys und -Nettos) düst oder ein DHL-Fahrer in die andere Richtung seine Päckchen verteilt, bleibt sich umwelttechnisch gleich. Genommen wird einem die Haptik des Anfassens, des Auswählens, von mir aus auch des sozialen Kontakts. Angeblich sind ja in Supermärkten schon Ehen entstanden 😄. Ich für meine Bereiche werde in Zukunft gelegentlich auf myTime.de zurückgreifen und die Möglichkeit für Engpässe bewahren. Ich gehe weiterhin einkaufen und bestelle nur die Ware per Internet, welche hier wirklich sehr schwer zu bekommen ist.

Ach ja, lasst Euch das Garnelen-Curry schmecken … Bon apetite!

Test: Pulled Beef Convenience-Style by Gourmetfleisch.de

Ich habe es einmal gewagt. Nicht immer kann ich 10 Stunden an meinem Smoker stehen. Gerade zur jetzigen Jahreszeit würde ich wahrscheinlich eher vom inhalierten Glühwasser umfallen, als dass mein Fleisch zum Ende gut wird. So bestellte ich bei Gourmetfleisch.de neben den Lammracks für morgen und etwas Wildlachs zum Frühstück auch das Päckchen „Pulled Beef mit zwei Softbrötchen“ zu 10,95€. Dazu muss man sagen, dass ich bei den Schultes schon öfter bestellt habe. Vor allem Iberico-Nacken in recht unterschiedlicher Qualität. Schulte+Sohn ist schon ein recht großer Laden mit 120 Angestellten, dessen Marktpolitik, mit hochpreisigen Produkten ins Internet zu gehen, aufzugehen scheint. Ein immenser Aufwand in Markenerkennung, gepaart mit viel designtechnischem Aufwand suggeriert die höhere Liga perfekt und setzt saftige Preise durch.
Zu Beginn die deutliche Kritik: Der Verpackungsaufwand der Firma ist unverschämt und umwelttechnisch nicht zu vertreten. Es kommt, von UPS auf den Tagesteil terminiert, ein Pappkarton.

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Packt man den aus, folgt eine Styropor-Kiste mit fester, aufwändiger Pappbanderole. Das wirkt natürlich wertig und teuer.

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Aber völlig unnütz, wie ich meine. Weiter geht’s: selbst die Eispäckchenbeutel zum kalt halten sind bedruckt. Das muss alles erst einmal hergestellt werden. Natürlich von außen, denn eine Fleischfirma stellt so etwas sicher nicht her. Das bezahle ich also alles mit, diesen Unfug. Jedes einzelne Teil ist natürlich aromasicher verschweißt, aber – und jetzt kommt’s – NOCH EINMAL in aufwändige Plastik-Tüten mit Verschluss gesteckt. Wahrscheinlich, falls die Einschweißfolie durch das Ruckeln des UPS-Fahrzeugs platzt. Das ist der verpackungstechnische Overkill. Mehr geht nicht. Doch, eine Idee für unsere Verpackungskünstler aus Mönchengladbach wären vielleicht noch niedlich bedruckte Tragetaschen für die Kiste. Mit einem coolen Spruch gegen Vegetarier: „Wenn es kein Fleisch mehr gibt, esse ich Vegetarier“ oder sowas.
Effekt ist jedenfalls dieser Müllberg:

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Doch genug gemeckert, hier der Hinweis an Herrn Schulte: In meinem Bundesland gibt’s es einen Spezialisten für Lammfleisch, selbstgezogen. Ein paar niedliche Schweinchen hat er auch. Man kann hingehen und den Tieren beim Grasen zusehen. Die bestellte Lammkeule kam selbstverständlich auch in so einer Styroporbox. Ohne Banderole. Ohne zusätzliche Kiste. Die Keule lag zwischen Eisbeuteln der Marke, mal schnell selbst gemacht, eingeschweißt in der Kiste. Das ist völlig ausreichend.

Doch nun zum eigentlichen Produkt: Pulled Beef. Fertig in Soße und zwei Softbrötchen dazu. Na wenn das mal zu SlowerEat passt 😂. Aussehen tut’s erstmal so:

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Dann so:

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Und dann so:

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Schon nicht mehr so teuer.
Nun gab es neben einer Packung Zahnstocher sogar eine hochwertige Karte, auf der mir versichert wurde, dass Frau Müller (Name geändert) mit viel Sorgfalt mein Päckchen zusammengepackt hat. Mit persönlicher Unterschrift. Nur was ich mit dem, jetzt wie Hundefutter aussehendem Päckchen machen soll, hat mir niemand verraten. Ok, die Brötchen hatten eine Anleitung, 30 seconds to soft @Mikrowelle oder halbieren und in den Toaster.
Ganz ähnlich bin ich dann mit dem Fleisch verfahren. Es wurde ein paar Minuten bei 600 Watt heiß gemacht. Eine Soße war schon drumrum, die sich in der Mikrowelle aber in Luft auflöste. Um den Testgeschmack des Fleisches nicht zu verfälschen, habe ich auf ein Relish oder selbstgemachten Krautsalat verzichtet. Ein paar Gurkenscheiben, nebst Tomaten mussten reichen. Nach dem der erste Versuch recht trocken war, kam dann doch etwas fertige Heinz-Barbecue- Soße hinzu.
Die Brötchen bekamen auf Wunsch des kleineren Herren die Softkur. Leute, tut das nicht. Die Dinger sind dann nicht soft, sondern Gummi. Selbst das Aufschneiden war sehr beschwerlich. Im Mund … Gummi-Kaumasse. Steckt die Dinger lieber in den Toaster. So kommt wenigstens etwas Röstaroma in das gesamte Produkt. Denn auf einem Holzkohle-Smoker schmeckt das Fleisch anders. Raucharomen konnten wir beide nicht ausmachen. Die Würzmischung war, sagen wir, vorsichtig neutral. Das ist allerdings kein Vorwurf an das Produkt an sich, sondern ein Convenience-Pranger. GENUSS ist nun mal im Convenience-Bereich echt schwer. Es geht, aber es ist echt schwer. Und Spaß macht’s nie 😉.
Die reine Fleischqualität war aber völlig ok. Nach dem Mikrowellengang sah es aus wie der zerpflückte Sonntagsbraten meiner Oma. Schmeckte leider nicht so. Kein Mut. Keine Vaganz. Kein Wille, ein Alleinstellungsmerkmal herzustellen.

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Ich vergleiche mal: Paket bestellen, annehmen, auspacken, entsorgen … dauerte auf jeden Fall länger als das Zubereiten. Hier habe ich sowas ähnliches OHNE Smoker mal probiert – hatte natürlich auch kein Raucharoma. Aber aus heutiger Sicht:
Rinderbraten mal schnell mariniert … 7 Minuten.
Im Kühlschrank ruhen lassen … nix.
In den Ofen schieben … 2 Minuten.
Zwischendurch mal übergießen … 10 Minuten.
Selbst Pullen … 5 Minuten.
Nach vielen Stunden Warten das eigenen Pulled Beef genießen … unbezahlbar

Denn der Preis orientiert sich mit ca. 5-6€ pro PulledBeef- Burger auch eher an der Gastronomie, als an einem Versandservice. Sorry, liebes Gourmetfleisch.de, aber das war wenig Gourmet. Solche Päckchen bieten eh bald Lidl & Co. für 3€ an.

Noch mehr Küchenirrtümer

Oooooohhh man!!! So langsam habe ich mich ja daran gewöhnt, dass nicht alles aus dem Bereich „Was Großmutter noch wusste …“ auch wirklich Wissen war, aber so langsam komme ich mir doch echt veralbert vor. Dass viele ältere Menschen eigentlich nur stur und lernresistent diesen Oma-Leitsatz schützend vor sich stellen, habe ich spätestens begriffen, als eine ältere Dame in einer dieser Kochshows mit Tim Mälzer ein rohes Rindersteak mit einem Prügeleisen malträtierte. Auf den wirklich freundlichen Hinweis des Bullerei-Chefs, so etwas sei eigentlich nicht üblich, meinte die kochende Dame nur: „Jung, das hab isch schon immer so g’macht und’s war imma guat“. Tim Mälzer beließ es dabei und schaute zu, wie sein Showkandidat das Fleisch zerstörte.

Doch jetzt sollen sogar Dinge falsch sein, welche ich eigentlich bis heute gemacht habe: Öl im Nudelwasser: Verschwendung? Hmmm … ich beobachte aber tatsächlich eine geringere Schaumbildung.
Reis im Salzstreuer, ok – oft gesehen, aber nie wirklich selbst probiert. Pure Faulheit und ich hatte auch nie das Problem klumpenden Salzes.
Fleisch schließt seine Poren nicht beim scharfen Anbraten, weil es schlicht keine hat. Ok ich brate trotzdem weiter an. Wegen der Röstaromen.
Eat Smarter hat jedenfalls mal wieder ein paar Küchenirrtümer „aufgedeckt“, bei denen es mir aber diesmal eher so vorkommt wie: Jaaaaa, aber das sollte man trotzdem so machen, nur die Begründung war bisher falsch. So zum Beispiel die Sache mit den gekochten Eiern: Ok, die Schale löst sich vom Abschrecken jetzt nicht besser vom Eiweiß, aber ein unabgeschrecktes Ei gart im Inneren weiter … 😉