Slowereat goes brewing

Nach meinem anstrengenden ersten „echten“ Brautag vor einer Woche, durfte ich nur zusehen, wie im Gärstopfen hin und wieder ein Luftbläschen erschien. Tief besorgt musste ich allerdings feststellen, dass dies nach 2 oder 3 Tagen bereits beendet war. Nunja, wie war der Spruch? „Bier wirds immer.“ Also heißt es weitere Tage warten, bis die Brühe fertig vergoren sein soll.

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Dies ist beim IPA nach einer Woche der Fall und so geht es nun an das Umfüllen in Flaschen. Hierfür habe ich mir extra fabrikneue Bügelflaschen gekauft, um kein Risiko einzugehen.

Die Sedimente haben sich im Laufe der Woche glücklicherweise wie Schlamm auf dem Boden der Gärflasche abgesetzt. Daher sollte die Flasche nun vorsichtig getragen werden, damit möglichst nichts aufwirbelt. Stellt sie auf einen Tisch, die gereinigten und sterilisierten Flaschen auf den Boden. Ich habe die Flaschen nach etwas Internetrecherche einfach eine zeitlang bei 120°C im Ofen „gebacken“ und die Gummiringe der Bügelverschlüsse in einer Lösung der mitgelieferten Reinigungsperlen gebadet. In diese kam auch der Schlauch und die Bierpumpe, ein denkbar einfaches aber effizientes und funktionales Gerät, um nun das Bier aus dem Gärbehälter in die Flaschen zu befördern.

Auf den Grund der Flaschen füllt man vorher mit der Abmesshilfe etwas normalen Zucker ein. Dieser bringt dann die Kohlensäure in das Bier. Beim Abfüllen machen sich vier Hände wirklich besser als zwei. Es ist sicher mit etwas Geschick möglich dies auch allein zu bewerkstelligen. Doch gerade gegen Ende sollte jemand die Bierpumpe so halten, dass kein Hefeschlamm mit nach oben transportiert wird.

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Wichtig ist auch noch, die Flaschen nicht randvoll zu kippen. Etwa Schulterhöhe reicht. Den Rest benötigt die aufsteigende Kohlensäure und baut genügend Druck in der Flasche auf. Die folgende Wartezeit ist leider noch länger, denn „gut Ding wiell Weile haben“. Volle drei Wochen stehen die Flaschen in einer möglichst dunklen Ecke und gären bei Zimmertemperatur nach. Erst jetzt kommen sie aufrecht stehend in den Kühlschrank, wo nicht nur gut gekühlt wird, sondern vor allem die Gärung gestoppt und die restliche Hefe „schlafen gelegt“ wird.

… und dann ist es endlich so weit: Zzzzischischhh ….

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Das erste handgebraute slowerbeer erblickt den Glasboden!

Die starke Schaumbildung überraschte mich als Erstes. So galt es, wie vom Hefeweizen gewohnt, sachte ins geneigte Glas einzugießen. Leider war der Schaum nicht sehr stabil und die Freude darüber von kurzer Dauer. Ich werde dem in weiteren Braugängen auf den Grund gehen. Der Geschmack ist überaus rund und süffig mit leichtem Perlen auf der Zunge und im Abgang. IPA ist dieses Bier definitiv! Ich ärgerte mich sofort, nur acht Flaschen á 0,5 Liter davon zu haben.

Die dichte des Geschmackes, die Schaumbildung und auch die Trübung und der Flaschendruck variierten von Flasche zu Flasche geringfügig. Vermutlich liegt das daran, aus welcher Höhe der Gärflasche die jeweilige Abfüllung gerade stammt. Auch das werde ich in Zukunft genauer beobachten.

Kurzum: Das Ergebnis und das Erlebnis, welches mir die →Besserbrauer bescherten, ist rundum gelungen. Das Bier als Endprodukt überzeugt mich auf ganzer Linie und hebt sich deutlich selbst von teuren, gekauften Craftbieren ab. Sicher steckt hier auch meine persönliche Mühe mit in den Geschmacksknospen, aber so soll es ja auch sein. Wir freuen uns über das Selbsterreichte. Die Besserbrauer haben mit ihren Brauboxen ein Produkt erschaffen, welches die Ursprünglichkeit des Bierbrauens wiederbelebt. Dabei achten sie darauf, dass „Ihr“ Bier nicht in einem hässlichen Plastikbottich vor sich hinschwimmt, sondern suchen ihre technischen Beigaben mit Augenmaß und gutem Geschmack aus. Die Zutaten sind 1A, die Anleitungen kurzweilig und trotzdem funktional gehalten. Slowereat.com gibt eine klare Kaufempfehlung ⇑.

Mich selbst hat das Paket bereits dazu inspiriert eigene Kreationen zu wagen. Zurzeit gärt gerade ein Versuch aus Weizenmalz und getorfter Gerste mit Target-Hopfen in meiner Flasche. Doch dazu demnächst mehr …

zurück zum Anfang des ersten Brautages →

 

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